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Ein Dorstener Missbrauchfall landet vor Gericht.

Fahnder leisten im Dorstener Missbrauchsfall echte Detektivarbeit

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Wie ein „Film-Fehler“ die Polizei auf die Spur eines missbrauchten Jungen brachte. Das Opfer ahnte nichts von den Aufnahmen.

Im Missbrauchs-Prozess gegen einen Mann aus Dorsten-Barkenberg haben die Fahnder echte Detektivarbeit geleistet. Das berichtete ein Ermittler am Freitag vor Gericht.

Es war eine kleine Unachtsamkeit, die dem Angeklagten unterlaufen ist. Doch genau dadurch konnte die Polizei das ganze Ausmaß des Missbrauchsfalls überhaupt erst erfassen. Im Prozess gegen einen Mann aus Barkenberg hat ein Polizeibeamter am Freitag berichtet, wie er einen missbrauchten Jungen ausfindig gemacht hat.

Der Angeklagte hatte das Kind immer wieder heimlich gefilmt. Bei gemeinsamen Treffen und bei sexuellen Handlungen. Manchmal ist er auch mit seinem Handy hinter dem Jungen hergelaufen - mit eingeschalteter Videofunktion. Anschließend wurde das Mobiltelefon offenbar unverdächtig positioniert, während es weiter aufzeichnete.

Hausnummer und Autokennzeichen zu erkennen

„Teilweise wurde das Handy sehr früh eingeschaltet“, so der Polizeibeamte. „Wahrscheinlich um das Filmen zu verdecken.“ Doch genau das war am Ende auch ein Glücksfall. Auf einem der Filme waren später nämlich eine Hausnummer und ein Autokennzeichen zu erkennen. Über die Kfz-Halterauskunft führte die Spur schließlich nach Barkenberg.

Ermittlungen vor Ort hatten die Suche nach dem gefilmten Jungen schließlich zur Gesamtschule Wulfen gelenkt. „Ich bin dann zur Schule und wollte mal gucken, ob ich den Jungen da treffe“, so der Polizeibeamte. Und siehe da: Wie durch einen Zufall trafen Ermittler und Missbrauchs-Opfer tatsächlich sofort aufeinander. Der Schüler räumte gerade Pausenmüll weg – und wurde sofort erkannt.

Er wusste nicht, dass er beim Sex gefilmt wurde

„Er war natürlich sehr überrascht“, sagte der Polizeibeamte den Richtern. „Er hat überhaupt nicht gewusst, dass er bei den sexuellen Handlungen gefilmt worden ist.“ Anfangs sei es wohl pubertäre Neugier gewesen. Später habe man sich dann immer weiter angenähert. In der Anklage sind gleich mehrere schwere Missbrauchsfälle aufgelistet. Außerdem geht es um über 100.000 Bilder mit kinderpornographischen Inhalt. Die Polizei war dem Angeklagten auf die Spur gekommen, nachdem er sich als „dreamboy98" Dateien aus dem Internet heruntergeladen hatte.

Ermittlungen hatten in der Schweiz begonnen

Die Ermittlungen hatten in der Schweiz begonnen und waren schließlich über das Bundeskriminalamt bis zum Polizeipräsidium Recklinghausen gelangt.

Den minderjährigen Jungen hatte der Angeklagte über die Mutter und deren Lebensgefährten kennengelernt. Irgendwann fragte er dann offenbar, ob man sich nicht auch mal alleine treffen wolle. Im Prozess hat der Barkenberger ein Geständnis abgelegt. Er sitzt seit Anfang Februar in Untersuchungshaft.

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