Ellen vermisst Weihnachten

Tristesse im Januar

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Nachdem die Sternsinger vor der Tür standen, war es Zeit zum Abdekorieren. Jetzt ist die Fensterbank ganz kahl. Nichts mehr ist in den sanften Schein von Kerzenlicht gehüllt. Kein bunt behängter Baum, der in meinem Wohnzimmer steht. Ende der Weihnachtszeit - hinweg mit der Dekoration.

Und dann schleicht sich da, mit dem Anblick von der alltäglichen Blumenvase und dem Couchtisch ohne Rentier-Tischdecke, eine gewisse Melancholie ein.

Die Weihnachtsstimmung verwandelt mich in einen nicht klar denkenden Menschen, mit Hang zu Kitsch und Glitzer. Alles sehe ich durch eine glühweinrote Brille. Jetzt ist mein Hirn noch leicht vernebelt vom Tannenduft, der immer noch zu vernehmen ist. Meine Augen jedoch können wieder frei sehen. Sie sind nicht geblendet von bunt blickenden Lichterketten und erspähen alles in der Tristheit des Alltags.

Als hätte ein Grinch den Innenarchitekt gespielt. Sobald die letzten Spuren von Vanillekipferl meine Venen verlassen und keine Glitzerflocke in meinen Haaren zu finden ist, werde ich es ganz ohne Weihnachtsdeko wieder wundervoll gemütlich finden. Doch jetzt darf ich noch kläglich jammern und vermissen. Den kleinen vertrockneten Weihnachtsstern, den ich ganz unabsichtlich auf der Fensterbank stehen ließ, werde ich ebenfalls hoffnungsvoll gießen. Vielleicht überlebt er es ja bis Weihnachten 2019.

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