Zu früh gefreut - die Elektronik hakt wieder

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Der Volksmund weiß Bescheid: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Wie wahr das ist, haben wir, meine bessere Hälfte und ich, gerade erst erfahren. In unserem Fall hätte ich den Tag nicht vor der Nacht loben sollen. Endlich habe ich die Internet-Probleme im Griff, so dachte und schrieb ich gestern. Irrtum...

Es ging, es geht und es wird wohl weiter gehen um unser kabelloses Netzwerk im Haus - um das WLAN, das heute für die meisten zur Einrichtung gehört wie Stühle und Tische. Eben dieses versagte wochenlang immer wieder mal den Dienst. Durch einen Trick - ich schickte die Daten von einer Etage zur anderen durch die Stromleitung - glaubte ich noch gestern, das Problem gelöst zu haben. So einfach ist das leider doch nicht in der EDV-Welt der fliegenden Bits.

Was uns als Laien Rätsel aufgibt: Wir leben zurzeit in zwei WLAN-Welten. Etwa 21 Stunden am Tag klappt alles - nicht hervorragend, aber doch ganz manierlich. Überall im Haus ist einigermaßen akzeptabler Empfang, selbst auf der Terrasse sprudeln die Daten. Und dann wären da die rund drei Stunden, in denen alles zusammenbricht. Abend für Abend passiert dasselbe: Das WLAN wird immer langsamer, stottert, dann bricht alles zusammen. Nichts geht mehr. Egal, auf welche Knöpfe wir drücken, auf welche Bildschirm-Buttons wir klicken... wir sind abgeschnitten von der Welt. Die alltägliche Blockade kommt jeden Abend aufs Neue, so sicher wie das Amen in der Kirche.

Den Telefon-Helfern unseres magentafarbenen Netzanbieters kann man eine gewisse Kreativität nicht absprechen. Sie ließen mich unser Modem immer und wieder aus- und wieder einschalten - Ergebnis: keines. Sie zogen die Qualität aller möglichen Kabel in Zweifel. Ich tauschte sie aus - Ergebnis: keines. Ich veränderte die Standorte mehrerer Geräte - Ergebnis: keines. Ich fummelte unter Anleitung in allen möglichen Konfigurationsmenüs herum - Ergebnis: keines. Alles Mögliche sollte nach Meinung der Helfer kaputt sein. Was wir nicht verstehen: Wie kann ein Gerät, das drei Stunden lang keinen Mucks mehr von sich gibt, nach drei Stunden plötzlich wieder funktionieren, um exakt zur gleichen Zeit am nächsten Tag wieder kaputtzugehen?

Ein guter Bekannter - er hat von EDV und Defekten viel mehr Ahnung als wir - grinste von einem Ohr bis zum anderen, als ich ihm davon erzählte. Ob die großen Experten schon mal auf die Idee gekommen seien, dass abends ihr Netz schlicht überlastet sei, fragte er. Und fügte zu: Da müsse der magentafarbene Riese halt mehr Kapazitäten bereitstellen. Uns schien das auf Anhieb sehr plausibel. Aber wir sind ja auch nur Laien...

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