Kommentar zum Tedesco-Aus auf Schalke

Diese Trennung war notwendig aber unglücklich

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GELSENKIRCHEN - Endlich haben beide Seiten Gewissheit: Der FC Schalke 04 und Trainer Domenico Tedesco gehen ab sofort getrennte Wege. Doch so notwendig diese Trennung war, so unglücklich ist sie auch abgelaufen.

Donnerstagmorgen, 10 Uhr: Domenico Tedesco wird auf dem Schalker Trainingsgelände gesichtet. Der Übungsleiter darf unerwartet das Training seiner Mannschaft leiten. Am zweiten Tag nach der 0:7-Pleite im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League rechnet niemand mehr mit dieser Entwicklung. Umso schneller läuft der Nachrichtenticker: „Tedesco bleibt Schalke-Trainer“ heißt es – und diese Meldung ist nachvollziehbar. Schließlich hatte Sportvorstand Jochen Schneider noch am Vorabend lange mit der Schalker Führung getagt. Eine Entscheidung pro Tedesco scheint angesichts der Trainingsbesetzung gefallen zu sein.

Anschließend herrscht neun Stunden lang Funkstille auf Schalke. Eine Aufsichtsratssitzung, bei der Schneider offiziell im Amt bestätigt werden soll, dauert deutlich länger als erwartet. Davor werden Journalisten angehalten, keine Foto- und Videoaufnahmen auf dem Vereinsgelände anzufertigen. Sky-Reporter Jesco von Eichmann twittert scherzhaft: „Solange vor der Schalker Geschäftsstelle habe ich zuletzt Anno 2011 in der Kälte gestanden als Magath gehen musste.“

Entscheidung dauerte zwei Tage

Ungewissheit, die wohl auch Tedesco zu spüren bekommen haben muss. Schließlich folgt erst um 19 Uhr die Bestätigung: Tedesco raus, Huub Stevens und Mike Büskens übernehmen. Sportlich ist dieser Weg vollkommen nachvollziehbar: Nach fünf Pflichtspiel-Niederlagen in Serie und einem zuletzt desaströsen Auftreten der Mannschaft hatte Tedesco kaum noch Argumente für eine Weitebeschäftigung.

Dass diese Entscheidung aber erst zwei Tage nach dem desaströsen Manschester-Spiel fällt, ist nach fast zweijähriger Zusammenarbeit menschlich schwer nachvollziehbar. Zumal der Coach und sein Co-Trainer am Morgen noch mit der Mannschaft zusammenarbeiten – und so auf eine Weiterbeschäftigung hoffen – durften.

Ob Huub Stevens und Mike Büskens es schaffen, die Mannschaft an nur einem Tag auf das Leipzig-Spiel vorzubereiten ist ebenfalls fraglich. Hier hätte eine frühere Entscheidung für klarere Verhältnisse gesorgt. So bekommt der Job-Einstieg von Sportvorstand Jochen Schneider gleich ein Geschmäckle. Es liegt nun an ihm, in der Länderspielpause einen würdigen Nachfolger zu finden.

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