Meinung

Streikende Schüler als Vorbild für uns alle

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Eine Bewegung ist aus Schweden ins übrige Europa und auch nach Deutschland geschwappt: Unter dem Motto "Fridays for Future" streiken tausende Schüler und demonstrieren für den Klimawandel. Auch heute wieder. Wie ich meine: zu Recht!

Na klar, werden vielleicht manche sagen: Typisch für die heutigen Schüler - wenn es eine Gelegenheit gibt, die Schule zu schwänzen, wird diese gerne wahrgenommen. So einfach sollte man es sich damit aber nicht machen. Natürlich ist ein Schulstreik aus Klimaschutzgründen keine Entschuldigung, Unterricht zu verpassen. Aber warum eigentlich nicht? Ich finde, es gibt kaum einen besseren Grund, auf Unterricht zu verzichten.

  1. Wir wünschen uns für unsere Kinder, dass sie zu mündigen Bürgern heranwachsen. Mit dem politischen Engagement für das Klima, der Teilnahme an einer so großen europäischen Bewegung, erreichen sie genau das gesellschaftspolitische Bewusstsein, was im täglichen Unterricht häufig gefordert wird.
  2. Wir beschweren uns als Erwachsene, dass die Jugendlichen zu oberflächlich sind, wenn sie zum Beispiel auf Instagram irgendwelchen Promis folgen oder ständig mit sinnlosen Handygames beschäftigt sind. Hier gibt es junge Menschen, die eben nicht nur oberflächlich denken, sondern tiefer in eine Materie einsteigen, Zusammenhänge herstellen und Verhältnisse ändern wollen. Das sollten wir unterstützen.
  3. Das Klima geht uns alle an! Wer erwischt sich nicht selbst dabei, dass sein Umweltbewusstsein schon am Mülleimer bei der Mülltrennung wieder endet. Hier ergreifen Schüler die Chance, ihre eigene Zukunft in die Hand zu nehmen. "Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt", titelten die Grünen beim Bundestagswahlkampf 1983. Wer den plakativen Spruch ernst nimmt, muss auch die Aktion "Fridays for Future" anerkennen.

Dass Schulen ihre Schüler für die Teilnahme an der Demo für den Klimawandel nicht nur maßregeln müssen, sondern unterstützen können, zeigen Beispiele aus ganz Deutschland: In Göttingen gilt am Hainberg-Gymnasium die Teilnahme zwar als unentschuldigtes Fehlen - gleichzeitig wird aber betont, dass das Engagement im Sinne der Demokratieerziehung sei. Andere Schulen haben aus dem Wunsch der Schüler an der Teilnahme eine Schulveranstaltung gemacht - und demonstrieren gemeinsam.

Wie auch immer Schulen, Eltern oder Lehrer reagieren. Eines sollten wir Erwachsenen nicht vergessen: Ein wenig mehr Idealismus in dieser durchgeregelten Welt täte allen gut...

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