Merchandise ist mies

Star Wars im Überfluss

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Recklinghausen - Vor nicht allzu langer Zeit saß ich an meinem heimischen Rechner und suchte auf einschlägigen Online-Marktplätzen nach schicker Star-Wars-Bettwäsche, um auch in meinen Träumen die Macht auf meiner Seite zu haben. Vor etwas längerer Zeit dagegen - ungefähr 1997 - hatte ich noch keinen heimischen Rechner. Da saß ich in einem Häschen-Pyjama auf der heimischen Couch. Neben meinem Vater. Das war der Tag, an dem mein Meister mich in die Theorien und das Wissen des Imperiums einweihte und mir den Weg für mein weiteres Leben ebnete.

Heute, 19 Jahre später, werden all meine Lebensfreuden von dummen Menschen, die gerne spoilern und der Medienindustrie, genüsslich verspeist. Was ich damit sagen will, ist, dass ich Star Wars schon immer geliebt habe, mittlerweile seit geraumen Wochen aber nicht mal mehr Lust habe, einen Supermarkt zu betreten, weil ich von allen Seiten mit sinnlosem Star-Wars-Merchandise beworfen werde. Der sehnsüchtige Traum von meiner Bettwäsche hat sich in Schall und Rauch aufgelöst und auch Jar-Jar-Binks-Bier, Chewbacca-Hausschuhe oder ein Darth-Vader-Pürierstab bringen in mir nur das Schlechteste hervor. Und zwar ein verbittertes und desillusioniertes Mädchen, dem jegliche Lust am neuen Star-Wars-Film vergangen ist, auf den es sich im Sommer noch inbrünstig gefreut hatte. Macht ja aber im Prinzip auch nichts, denn sobald ich einen Internetbrowser öffne, prasselt mir ein Hagel an detaillierten Spoilern entgegen, sodass ich mir den Quatsch eh nicht mehr ansehen muss.

Ich habe mich noch nicht dazu entschlossen, fortan ein Leben in Isolation zu führen und doch eines Tages noch mal ein Lichtspielhaus zu betreten oder direkt die Hoffnung an die Menschheit aufzugeben.

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