Nicht leicht zu lernen: Adapter-Chinesisch

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MARL - "Auf jedes Töpfchen passt ein Deckelchen", sagte meine Oma manchmal, als ich noch ein Kind war. Mit den Töpfchen und den Deckelchen mag sie recht gehabt haben. Von Dingen wie LAN, WLAN und Netzadaptern bekam sie zu Lebzeiten nichts mit - die Glückliche. Da gibt es für jedes Töpfchen mindestens zehn digitale richtige Deckelchen und dreimal so viele falsche.

Was wir, meine bessere Hälfte und ich, vorhatten und immer noch vorhaben, ist so einfach, wie es einfacher kaum geht: Wir wollen auf Reisen die Fotos von der digitalen Kamera, die im Laufe von Tagen und Wochen zusammenkommen, einfach und schnell auf unsere Tablets, unsere Reise-Computer im Schnittbrettchen-Format, überspielen. Das Problem dabei: Wir bewegen uns in zwei digitalen Welten. Zwischen beiden liegen vordergründig nur ein paar einfache Steckverbindungen, bei näherem Hinsehen aber Lichtjahre.

Die Kamera mit ihrem Drumherum stammt aus der Windows-Galaxie. In ihr gilt die Logik der hohlen Stecker. Sie sind eher klobig, von innen teilweise leer und hakeln oft. Immerhin: Die Stecker passen in die vorgesehenen Buchsen - oft sogar auf Anhieb. Das Tablet stammt gewissermaßen aus dem Obstgeschäft. Es handelt sich um ein iPad, und das wird bekanntlich von Apple gebaut. Hier funktioniert alles ein wenig anders, ein wenig schneller, vor allem aber: Die Datenübertragung läuft über viel kleinere, kompakte Stecker. Bleibt die spannende Frage: Wie bekommen wir trotzdem eine Verbindung zustande?

Damit sind wir in der Welt der Adapter angekommen - das ist ein Stück Universum, das wohl niemals so recht aus dem Stadium des puren Chaos' herausgefunden hat. Hier wird irgendwann irgendwo von irgendwem alles mit allem verbunden, allerdings ohne jedes erkennbare System. Es gibt lange Schnüre, kurze Schnüre, Schnüre mit Steckerbuchsen am Ende oder solche mit Steckern, die dort hineinpassen, teilweise auch gemischte Schnüre mit je einem Anschluss. Und und und...

Nach einigen jämmerlich gescheiterten Versuchen, Online-Services in Anspruch zu nehmen und nicht minder lächerlichen Lösungsversuchen des sogenannten Fachpersonals in Elektronik-Großmärkten, versuchten wir, uns selbst zu orientieren. Die Folge: Nun hatten wir auch noch ein Sprachproblem am Hals. Der Kamera-Anschluss hieß mal Mini-, mal Micro-USB. Bei einem vermeintlichen Direktanschluss für die Karte (ohne Umweg über die Kamera) mussten wir herausbekommen, wie viele einzelne Datenleitungen über die Kontakte auf der Karte versorgt werden können. Und so weiter und so fort... Mal flossen die Daten nur in eine Richtung (meist in die falsche), mal überhaupt nicht.

Am Ende wagten wir den Sprung ins kalte Wasser und bestellten auf eigene Faust nach bestem Halbwissen und Gewissen einen Adapter, der uns plausibel erschien. Morgen soll er geliefert werden. Ich bin gespannt...

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