Reise durchs Leben

In Fahrtrichtung links

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Recklinghausen - „Ausstieg in Fahrtrichtung links“, brummt die unbekannte Männerstimme aus den Lautsprechern, die versteckt im Bahn-Waggon hängen. Ich bleibe auf meinem sporadisch gepolsterten Platz sitzen und beobachte.

Reisende mit großen Koffern, Rucksäcken oder Beuteln, die sich - wie das gehetzte weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland - eilig durch das Nadelöhr namens Schiebetür drücken. „Sie haben wohl keine Zeit“, denke ich, versuche eine bequemere Sitzhaltung einzunehmen und lasse meinen Blick nach draußen schweifen. Felder, die nach Regen schreien, Bäume, die geknickt aussehen, und Windräder, die sich unermüdlich im Kreise drehen, ziehen vorbei. So wie das Leben manchmal auch. Unbemerkt. Die Möglichkeit, jetzt die Notbremse zu ziehen, besteht. „Nächster Halt: Hannover Hauptbahnhof". Die Lautsprecheransage stoppt meine Philosophiererei. Ich muss aussteigen, in Fahrtrichtung links.

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