Oh Tannenbaum...

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RECKLINGHAUSEN - Alle Jahre wieder fällt er mir schwer: der Abschied vom Tannenbaum. Während viele ja schon zu Silvester den weihnachtlichen Glanz aus ihrer Hütte vertreiben, genieße ich den im trüben Januar umso mehr.

Doch jetzt bogen sich allmählich die Zweige, und dem kostbaren Baumschmuck drohte der Absturz. So „entweihnachtete“ ich am Sonntag schweren Herzens. Das ist bei einem vollbehangenen Drei-Meter-Prachtstück ein aufwendiges Unterfangen.

Bis die vielen, vielen Anhänger sorgfältig in den Schachteln verstaut und die Lichterketten aufgerollt waren, dauerte es fast zwei Stunden. Weil wir für nachmittags auch noch Konzertkarten in Essen hatten, war Eile angesagt. Der Blick auf die Uhr zeigte, dass keine Zeit mehr blieb, aus der einst stolzen Tanne mit der großen Astschere tranportfähiges Kleinholz zu machen. Der Mann an meiner Seite blieb gelassen: „Der läuft uns ja nicht weg.“ Schade eigentlich. Denn noch trostloser als eine Wohnung ohne Tannenbaum ist eine Wohnung mit einem vertrockneten, dunklen Tannenbaum.

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