Vielleicht schmecke ich einfach nicht

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Es sieht ganz so aus, als begänne ich das neue Jahr als Glückspilz. Vielleicht sind die derzeit grassierenden Viren einfach nicht mein Typ - oder ich nicht der ihre. Wie auch immer: Irgendwie habe ich es geschafft, bisher dem offenbar grassierenden Infektions-Tsunami zu entgehen. Wie ich das gemacht habe? Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung.

Als medizinischer Laie komme ich natürlich immer wieder ins Grübeln, wenn ich im Freundes- und Kollegenkreis in die Runde schaue. Gestresste Menschen mit glasigen Augen und tiefen Ringen darunter sehe ich dann, oder gleich leere Stühle, weil deren übliche Besetzer hustend und prustend im Bett liegen. Vielleicht gibt es ja eine ganz einfache Erklärung: Wir, meine bessere Hälfte und ich, sind gerade eine Woche aus dem Urlaub zurück. Vielleicht hatten wir einfach noch keine Chance, uns anzustecken.

Die Spekulationen lassen sich fortsetzen: Es ist ja sicher kein Zufall, dass solche Wellen immer auftreten, wenn es kalt, zugig, einfach unangenehm ist. Vielleicht haben wir uns einfach nur vor dem Infekt gedrückt, weil wir in der besonders dunklen, kalten Zeit nicht da waren. Vielleicht, vielleicht... so genau wissen will ich es gar nicht. Sonst steigere ich mich am Ende so in meine Grippe-Fantasien, dass ich die Krankheit regelrecht herbeirede. Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als in der nächsten Zeit Immun-Roulette zu spielen. Ich hoffe, dass die Viren sich auch weiterhin für Schwarz entscheiden, wenn ich auf Rot gesetzt habe.

Können wir, kann ich etwas tun, um meine Chance zu verbessern? Die Ärzte sagen: Ja, das geht. Im Zweifel lasse ich dann auch mal Konventionen Konventionen sein. Vernünftige Menschen werden verstehen, wenn ich in diesen viralen Zeiten nicht immer und überall jedem zur Begrüßung oder zum Abschied die Hand schüttle. Genau das ist nach Fachleuten der einfachste und wirksamste Weg der Übertragung. Wer deshalb beleidigt ist, wird sich hoffentlich wieder beruhigen, wenn der Spuk vorbei ist.

Und sonst? Auch sonst ist es einfach, gegen die Attacke anzukommen. Wiederum Fachleute empfehlen schlicht und einfach, gesund zu leben. Das heißt: viel frisches Obst und Gemüse (auch wenn es im Winter mal einen Euro mehr kostet), eine leichte Ernährung. Nach wie vor bin ich auch überzeugt davon: Menschen, die sich wie wir vegan ernähren, machen ihren Körper auch fit für solche harten Zeiten - einfach, weil er sich nicht so abrackern muss, um schwer verdauliche Fleischklumpen und Sahne-Pfützen zu verarbeiten.

Und, wer weiß: Vielleicht hilft ja wirklich auch positives Denken. Ich will die Krankheit nicht, ich lasse mich nicht verrückt machen. Ich fühle mich fit. Das sind nach meiner Erfahrung Sätze, die erstaunliche Effekte haben können. Oder? Vielleicht schmecke ich den Viren auch einfach nicht. Soll mir auch recht sein.

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