Ging es um einen Einbruch?

Marl: 27-Jährige tot, Vierjähriger verletzt - viele Fragen sind noch offen

  • Thomas Fiekens
    vonThomas Fiekens
    schließen

Zum schrecklichen Geschehen in der Nacht zum vergangenen Dienstag in der Rheinstahlstraße in Brassert sind auch eine Woche danach noch viele Fragen offen.

Update 16. November, 17.40 Uhr: Die Polizei-Pressestelle teilt nach Rücksprache mit der federführenden Staatsanwaltschaft Essen mit, es gebe hinsichtlich des Tötungsdelikts nichts Neues zu vermelden. Damit bleiben viele Fragen einstweilen offen - vor allem die, ob der Tatverdächtige tatsächlich bei einem Einbruchversuch überrascht wurde. und dann zustach.

Das hatten wir zunächst berichtet: Eine 27-Jährige war getötet worden, ein Vierjähriger wurde lebensgefährlich verletzt. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus und nahm noch in der Nacht einen 20-jährigen Marler als Tatverdächtigen fest. Der sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Bei der Vorführung am Mittwochmittag erließ der zuständige Richterin in Essen U-Haftbefehl gegen den Mann, dessen Persönlichkeit von massiven Entwicklungsverzögerungen und einer geistigen Behinderung geprägt ist.

Tötungdelikt: Doch keine besondere Täter-Opfer-Beziehung?

Nach Informationen dieser Zeitung gab es zuvor keine besondere sogenannte Täter-Opfer-Beziehung. Der Verdächtige, ein Nachbar hat in der Nacht von Montag auf Dienstag womöglich bei der Entdeckung eines Einbruchsversuches zugestochen. Doch auch das ist noch ebenso offen wie die Frage, warum der vierjährige Junge attackiert wurde. Das Kind liegt weiter auf der Intensivstation, ist aber nach Polizeiangaben aktuell außer Lebensgefahr. Der Zustand des Jungen gilt demnach als stabil.

20-Jähriger äußert sich zurzeit nicht

Auf Anfrage bestätigte gestern der Marler Strafverteidiger Hans Reinhardt, dass er den 20-Jährigen vertritt. Er begleitete ihn auch zur Vorführung beim Haftrichter in Essen. „Mein Mandant äußert sich zum Tatgeschehen zurzeit nicht“, erklärte Reinhardt im Anschluss.

Das hatten wir zunächst berichtet: Die Polizei war kurz nach Mitternacht auf einen telefonischen Hinweis hin zu der Wohnung an der Rheinstahlstraße in Marl gefahren, wie es in einer Presseerklärung heißt. Nach unseren Informationen spricht manches für eine Trennungs-Vorgeschichte. Die Polizei befragt zurzeit die Nachbarn der Frau, die mit ihrem Kind allein in der Erdgeschoss-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus lebte - offenbar noch nicht lange. Eine große Wohnungsgesellschaft ist hier der Vermieter.

Unter Nachbarn gilt die Wohngegend eigentlich als eher ruhig und friedlich. Umso größer ist jetzt das Entsetzen nach dem Tod der jungen Frau und den Verletzungen des kleinen Kindes.

Tötungsdelikt in Marl: Verdächtiger muss dem Haftrichter vorgeführt werden

Gegen Mittag holten Bestatter den Leichnam der Frau aus der Wohnung, ein Handwerker setzte ein neues Schloss in die Wohnungstür, Ärzte versorgten den Vierjährigen im Krankenhaus. Die Ermittlungsarbeit lief am Dienstag auf Hochtouren, zur Tat selbst und vor allem zur jeden bewegenden Frage nach dem Warum machten Staatsanwaltschaft Essen und Polizei keine weiteren Angaben. Nicht einmal dazu, ob der 20-Jährige einem Richter vorgeführt worden ist. Klar ist allgemein mit Blick auf Fristen in der Strafprozessordnung (§ 128 StPO) klar: Spätestens am Tag nach seiner Festnahme ist ein Verdächtiger dem Haftrichter vorzuführen.

Mehr lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe der Marler Zeitung und im E-Paper.

Rubriklistenbild: © Thomas Fiekens

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Warum nun ein Mustang im Marler Stern steht
Warum nun ein Mustang im Marler Stern steht
Warum nun ein Mustang im Marler Stern steht
Coronavirus in Marl: Inzidenzwert sinkt auf 173,7
Coronavirus in Marl: Inzidenzwert sinkt auf 173,7
Coronavirus in Marl: Inzidenzwert sinkt auf 173,7
Baustellen in Marl: Nächste Straßensperrung beginnt an diesem Freitag
Baustellen in Marl: Nächste Straßensperrung beginnt an diesem Freitag
Baustellen in Marl: Nächste Straßensperrung beginnt an diesem Freitag
Schwerer Unfall auf der Römerstraße
Schwerer Unfall auf der Römerstraße
Schwerer Unfall auf der Römerstraße
Waldradweg in Marl soll ausgebaut werden - was das kostet
Waldradweg in Marl soll ausgebaut werden - was das kostet
Waldradweg in Marl soll ausgebaut werden - was das kostet

Kommentare