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Alba will die Sortieranlage wieder anfahren.

Anwohner fürchten unerträglichen Gestank

Alba will im Januar 2020 wieder in Marl ans Netz - warum die Behörden wenig dagegen tun können

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Geht die Müllsortieranlage von Alba zum Jahresbeginn 2020 wieder ans Netz? Im Moment sieht es danach aus. Anwohner fürchten wieder unerträglichen Gestank. Im Rat fragten sie nach Möglichkeiten, das Wiederanfahren zu stoppen.

Wie berichtet, wurde die Sortieranlage für Verpackungsmüll bei einem Großbrand Ende April schwer beschädigt. Eine Auflage der Behörden für das Wiederanfahren des Betriebs ist ein neues Brandschutzkonzept. Alba hat es jetzt vorgelegt. Stadt und Feuerwehr prüfen dieses Konzept zurzeit, berichtete Baudezernentin Andrea Baudek im Rat. 

Die Ursache des Großbrandes ist immer noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft Essen wartet weiter auf das Brandschutzgutachten der Experten. Solange es nicht vorliegt, die Brandursache also unklar bleibt, sieht die Stadt die Voraussetzungen für den Wiederaufbau der Sortieranlage nicht gegeben, sagte die Baudezernentin. Die Stadtverwaltung habe deshalb bei der Kreisverwaltung Einwände erhoben. 

Fliegenplage in Marl sorgte für Groll

Trotzdem ist die Baustraße an der Alba-Halle wieder geöffnet. Die Bauarbeiten für die Aktivkohlefilter-Anlage haben begonnen. Sie ist ebenfalls eine Auflage der Behörden und soll die Nachbarn vor Gestank schützen. Denn vor dem Brand hatte Alba mit extremer Geruchsbelästigung und einer Fliegenplage für viel Groll in den Siedlungen gesorgt

Können die Behörden den Bau nicht stoppen, solange die Brandursache nicht geklärt ist? Letztlich verantwortlich ist die Untere Immissionsschutzbehörde des Kreises. Bereits vor zwei Monaten hatte Kreissprecher Jochem Manz auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt, dass die Genehmigung nicht erloschen ist. Der Bürgermeister ergänzte im Rat: „Evonik hat Alba das Grundstück verkauft. Es ist schwierig, einem Betrieb, der eine Genehmigung gehabt hat, zu sagen, er darf nicht mehr anfahren. Auch mit Appellen und Resolutionen wird man einen Betrieb nicht stilllegen können.“ 

Stadt Marl sieht keine Ansatzpunkte

Die Stadt Marl lässt sich anwaltlich beraten, um rechtliche Möglichkeiten zu prüfen. Aktuell sieht die Baudezernentin keine Ansatzpunkte, das Alba-Vorhaben abzulehnen. Das Bauordnungsamt Marl habe die Statik und Abstände bei Alba geprüft – alles stimmte. Werner Arndt ermutigte die Anwohner, auch in den Fachausschüssen des Kreises Recklinghausen Fragen zu stellen.

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