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Sie kümmern sich um Flüchtlinge: Ragnar Eitelberg von der Bezirksregeirung Münster und Marco Beranic von European Homecare in der Zentalen Ersteinrichtung für Flüchtlinge in Marl

Zentrale Flüchtlingsunterkunft in Marl

Alltag hinter dem Zaun - wie Flüchtlinge in der Landesunterkunft Marl leben

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Seit Mitte Mai leben am Lehmbecker Pfad wieder Flüchtlinge. Jetzt wohnen dort Familien mit Kindern und schwangeren Frauen. Wir haben den Alltag miterlebt.

Eine geflüchtete Frau war die erste Bewohnerin, die Mitte Mai in die Zentrale Unterbringungseinrichtung des Landes NRW (ZUE) am Lehmbecker Pfad in Marl eingezogen ist. Inzwischen leben dort 86 Menschen, darunter etwa 20 Kinder und drei schwangere Frauen.

Warten auf die Entscheidung

Bis zu einem halben Jahr werden die meisten von ihnen hier im ehemaligen Gesundheitsamt am Lehmbecker Pfad bleiben, bis ihr Asylverfahren entschieden ist. Das Gelände ist mit einem Zaun abgesperrt. Besucher haben bis 20 Uhr Zutritt und müssen sich am Eingang ausweisen. Bewohner bekommen einen internen Ausweis. "Das dient nicht nur der Kontrolle, sondern ist auch für den Notfall wichtig", sagt Ragnar Eitelberg, Einrichtungsleiter der zuständigen Bezirksregierung Münster. 

Kein Einlass für Ehrenamtliche?

In der vergangenen Woche hatte sich eine ehrenamtliche Flüchtlingshelferin aus Marl darüber beklagt, dass sie nicht durch die Kontrolle gekommen war. "Vielleicht war sie außerhalb unserer Bürozeiten da", sagt Marco Beranic vom Betreiber der Einrichtung European Homecare. "Jeder kann zu uns kommen."

Mittags um 12 Uhr in der Kantine

European Homecare ist für die Versorgung der Menschen zuständig. Marco Beranic führt durch die Räume. Mittags um 12 Uhr sind Kinder in der Kantine dabei, Pizzen zu belegen. Im Frauencafé wird gestrickt, im Männercafé Billard gespielt.

Freiwillig Deutsch lernen oder arbeiten

Der Deutschkurs ist gerade zu Ende. Rund 20 Flüchtlinge lernen hier jeden Tag freiwillig fünf Stunden. Andere leisten als Helfer gemeinnützige Arbeit, sorgen für Ordnung und Sauberkeit im Haus. Dafür bekommen sie pro Stunde 80 Cent.

Im ehemaligen Gesundheitsamt leben die Flüchtlinge in Vier-Bett-Zimmern, für Alleinstehende gibt es getrennte Männer- und Frauentrakte. Das Haus in Marl-Drewer hat eine eigene Sanitätsstation.

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