Jan Stefan Heinemann ist das jüngste Mitglied im neuen Marler Rat
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Jan Stefan Heinemann ist das jüngste Mitglied im neuen Marler Rat

Als jüngster in den Stadtrat

„Politik ist meine Leidenschaft“

  • Martina Möller
    vonMartina Möller
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Ein 23-jähriger Marler ist bei der Kommunalwahl zum ersten Mal für die SPD angetreten. Ein Gespräch mit dem jüngsten Marler Ratsmitglied Jan-Stefan Heinemann.

Kommen jetzt in der SPD die jungen Kräfte zum Zug?
Zumindest konnten wir in der SPD Erfolge erreichen, die nicht selbstverständlich sind. Im Kreis Recklinghausen haben 53 Mitglieder der Jusos für den Kreistag und die Stadträte kandidiert. 64 Prozent von ihnen sind gewählt worden. Wir haben einen Bürgermeister aus unseren Reihen. Marcel Mittelbach ist mit 30 Jahren der jüngste Amtsinhaber, den Waltrop je hatte. Das hätte ich mir vor zwei Jahren noch gar nicht vorstellen können.
Ist es nicht auch dringend an der Zeit für den Generationswechsel, um Politikverdrossenheit entgegenzuwirken?
Ich glaube, dass die Jugend politisch interessiert ist, aber wenig mit Parteien anfangen kann. Unsere Aufgabe ist es auch, sie zu überzeugen, dass Parteiarbeit wichtig und gut sein kann. Wir haben in Marl durch Wahlkampfauftritte vier neue Mitglieder gewonnen. Die Wahl von Marcel Mittelbach zeigt mir, dass es ein Klientel für die SPD-Politik gibt, das man nur erreichen muss. Unsere Aufgabe wird es weiter sein, junge Leute zu gewinnen. Dazu suchen wir zum Beispiel auch Kontakt zur Fridays-for-Future-Bewegung. Die Jusos sind die Generation, die die jungen Leute da draußen ansprechen kann.
Sie engagieren sich in der Kinder- und Jugendarbeit in Marl und waren bereits als sachkundiger Bürger für die SPD im Kinder- und Jugendausschuss. Wird das jetzt der Schwerpunkt Ihrer Ratsarbeit?
Akzente für Kinder und Jugendliche in Marl zu setzen, ist mir tatsächlich wichtig. 2021 läuft der Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Marl aus. Und mit der neuen Kinder- und Jugendbeauftragten Michelle Diedrichs ist aus meiner Sicht ein guter Neuanfang möglich. Das Budget für Kinder- und Jugendarbeit in Marl muss wieder einen vernünftigen Rahmen bekommen. In den Einrichtungen wie Jugendkulturzentrum Hagenbusch, HoT Hülsberg, Forsthaus Haidberg und MaKiMobil leben wir zurzeit von Reserven, die über den gesamten Förderplanzeitraum angelegt werden konnten. Nur darum sind wir mit den Zuweisungen aus diesem Jahr nicht ins Defizit gerutscht.
Ist Marl kinder- und jugendfreundlich?
Auf jeden Fall ist Marl kinder- und jugendfreundlicher, als es oft dargestellt wird. Unsere Stadt war mit dem Kindernetz Marlekin Vorreiter und ist es jetzt mit dem Konzept der Sozialraumorientierung (Anm.d.Red.: Stadtteilbüros). Natürlich können wir uns mehr wünschen. Und es gibt Defizite, zum Beispiel im Stadtteil Sinsen. Aber ich bin überzeugt, dass nach dem Umbau der Kreuzkirche auch dort wieder Kinder- und Jugendarbeit installiert wird.

Steckbrief

Geboren wurde Jan-Stefan Heinemann in Recklinghausen. Er wuchs in Marl auf und besuchte nach der Grundschule zunächst die Günther-Eckerland-Realschule und machte sein Abitur an der Willy-Brandt-Gesamtschule. Sein Studium im Fach Angewandte Sozialwissenschaften absolvierte er an der Fachhochschule Dortmund. Inzwischen arbeitet der Marler im Allgemeinen Sozialen Dienst beim Jugendamt der Stadt Datteln. Sofern Arbeit und Politik ihm noch Zeit für ein Hobby lassen, geht der 23-Jährige gern tauchen.

Seit acht Jahren gehört der Marler den Jusos an, seit sieben Jahren ist er Mitglied der SPD. Seit 2019 ist er Kreisvorsitzender der Jusos.

Sie engagieren sich in der Kinder- und Jugendarbeit in Marl und waren bereits als sachkundiger Bürger für die SPD im Kinder- und Jugendausschuss. Wird das jetzt der Schwerpunkt Ihrer Ratsarbeit?

Akzente für Kinder und Jugendliche in Marl zu setzen, ist mir tatsächlich wichtig. 2021 läuft der Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Marl aus. Und mit der neuen Kinder- und Jugendbeauftragten Michelle Diedrichs ist aus meiner Sicht ein guter Neuanfang möglich. Das Budget für Kinder- und Jugendarbeit in Marl muss wieder einen vernünftigen Rahmen bekommen. In den Einrichtungen wie Jugendkulturzentrum Hagenbusch, HoT Hülsberg, Forsthaus Haidberg und MaKiMobil leben wir zurzeit von Reserven, die über den gesamten Förderplanzeitraum angelegt werden konnten. Nur darum sind wir mit den Zuweisungen aus diesem Jahr nicht ins Defizit gerutscht.

Ist Marl kinder- und jugendfreundlich?

Auf jeden Fall ist Marl kinder- und jugendfreundlicher, als es oft dargestellt wird. Unsere Stadt war mit dem Kindernetz Marlekin Vorreiter und ist es jetzt mit dem Konzept der Sozialraumorientierung (Anm.d.Red.: Stadtteilbüros). Natürlich können wir uns mehr wünschen. Und es gibt Defizite, zum Beispiel im Stadtteil Sinsen. Aber ich bin überzeugt, dass nach dem Umbau der Kreuzkirche auch dort wieder Kinder- und Jugendarbeit installiert wird.

Was haben Sie sich noch für die Stadt Marl vorgenommen?

Ich glaube, wir haben den Strukturwandel in Marl einigermaßen gut bewältigt. Das hat andere Städte schlimmer getroffen. Wir konnten Arbeitsplätze generieren, zum Beispiel durch die Metro. Wir brauchen Ausbildung und Qualifizierung. Ein Ziel muss jetzt bei den großen Projekten wie gate.ruhr bleiben, dass wir Arbeitsplätze schaffen, die attraktiv und unbefristet sind.

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