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B225/Hochstraße in Alt-Marl.

Anwohner der B225 genervt

Auch die Maut ändert nichts am Lärm

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MARL - Es gibt Zahlen darüber, wie viele Lkw täglich über die B225 brausen. Jedoch muss man sich durch eine lange Exceltabelle des Bundesamts für Güterverkehr arbeiten. Besonders aussagekräftig sind die Zahlen auch nicht. Alt-Marler merken trotz Bundesstraßen-Maut nichts von einer Entlastung.

Wer auf die Internetseite der Behörde geht, muss dort eine komplizierte Excel-Tabelle anklicken, die Zahlen für sämtliche Autobahnen und Bundesbahnen in Deutschland enthält. Entsprechend lange dauert es, bis sich das Programm öffnet. Die B 225 ist in zig Abschnitte unterteilt, teils überlappen sich Stadtgrenzen von Marl, Recklinghausen und Dorsten. Und wenn ein Lkw auf dem Parkplatz den Hänger wechselt, wird er zweimal gezählt, erklärt Franz-Josef Schumacher, Statistiker des Bundesamts.

Wie sich die Maut auf den Verkehr auf der B 225 in Alt-Marl auswirkt, können also selbst Statistiker nicht sagen. Aktuelle belastbare Daten gibt es nicht. Aus Sicht der Alt-Marler hat die Maut jedenfalls nichts gebracht: „Morgens ab 6 Uhr fahren viele wie die Wilden“, sagt Anwohnerin Margret Ehrke. „Und es wird ziemlich laut. Nach wie vor haben wir hier die Lkw von DHL und Rethmann.“ Nur in den Herbstferien habe der Verkehr leicht abgenommen.

Auch Gastwirt Willi Tewes spricht von einem „unhaltbaren Zustand“ auf der B 225. Die Abkürzung durch Alt-Marl erspart Brummifahrern eine Strecke von neun Kilometern und die Baustelle auf der A 43. Mautsäulen werden in Alt-Marl vorerst nicht installiert. Das hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer dem Bürgermeister mitgeteilt. Toll Collect kassiert die Maut stattdessen über in den Lkw eingebauten Bordgeräte, aber auch am Terminal der Tankstelle in der Breite Straße oder über eine App für Smartphones und Tablets.

Wie stark ist die B 225 denn nun belastet? Bei ihrem Verkehrsmodell stützt sich die Stadt Marl auf eigene Erhebungen und (drei Jahre alte) Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen. Danach fahren auf der Breite Straße und Hochstraße täglich rund 500 bis 600 Schwerlaster (über 7,5 Tonnen). Insgesamt rollen täglich mehr als 16.000 bis 18.000 Fahrzeuge über beide Straßen. Der Anteil des Schwerlastverkehrs liegt nach Angaben der Stadt bei 3 bis 3,5 Prozent. Diese Zahlen findet man auch im neuen Mobilitätskonzept. Die Stadtverwaltung hatte in Alt-Marl eine neue grüne Welle für 30 km/h in der Zeit von 22 bis 6 Uhr eingerichtet. Allein in der Breite Straße blitzte das Ordnungsamt seit letztem Sommer 14 Mal angekündigt. Verstöße gab es beim Schwerlastverkehr aber „nur selten“, sagt Stadtsprecher Daniel Rustemeyer. Doch die Anwohner klagen weiter über unzumutbaren Lärm und fordern eine Umgehungsstraße.

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