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Lina Remme (links) und Harald Gülzow (rechts) untersuchen eine Wasserprobe im Labormobil.

Auch Gelsenwasser warnt vor "Gülleflut"

Nitrat-Belastung oft über dem Grenzwert

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MARL - Bei jeder sechsten von 169 Proben aus Marler Brunnenwasser fanden Gewässerschützer eine viel zu hohe Nitratbelastung. Weit über dem Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung lag die Nitratkonzentration in Brunnenwasser aus Drewer, Alt-Marl und Hüls-Süd.

Ende August hatten Brunnenbesitzer ihre Proben zum Labormobil auf dem Creiler Platz gebracht.

Der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung liegt bei 50 Milligramm pro Liter. 146 Milligramm Nitrat pro Liter fanden die Mitglieder des VSR-Gewässerschutz im Wasser eines privat genutzten Brunnens in Drewer. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Alt-Marl mit 143 Milligramm pro Liter (mg/l), in Löntrop mit 106 mg/l und in Hüls-Süd mit 104 mg/l fest. Das Wasser ist nicht mehr zum Trinken geeignet. Damit sollte auch auf keinen Fall ein Fischteich befüllt werden. Sonst könne es zur Massenvermehrung von Algen und anschließend zu einem Fischsterben führen.

Einen Grund für die hohen Nitrat-Belastungen sieht der Projektleiter und Diplom-Physiker Harald Gülzow in der intensiven Landwirtschaft. Die Gewässerschützer raten Gemeinden, Kreisen und Kirchengemeinden dazu, ihre landwirtschaftlichen Flächen nur noch ökologisch bewirtschaften zu lassen. Der ökologische Landbau habe weit strengere Düngevorschriften als in der Düngeverordnung festgesetzt. Es werde auf den Einsatz von chemisch-synthetischem Stickstoffdünger verzichtet.

"Keine Probleme für das Trinkwasser"

Auch das Versorgungsunternehmen Gelsenwasser warnt vor einer „Gülleflut“, forderte im Sommer eine schärfere Düngeverordnung und Förderprogramme für den ökologischen Landbau.

Für das Marler Trinkwasser gebe es aber keine Probleme, versichert André Ziegert, Mitarbeiter der Gelsenwasser-Pressestelle, auf Nachfrage. Nitrate würden durch Versickerung in den Halterner Sanden und durch Filter komplett eliminiert. Das Trinkwasser werde von Gelsenwasser streng überwacht. Nitrate könnten mit Aktivkohle gefiltert werden, ergänzt Ziegert. Aber für die Umwelt viel besser und wirtschaftlicher sei es, eine Belastung durch Nitrat erst gar nicht zu verursachen.

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