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Alles im Blick: Im „Guido“ übernehmen Melli Krispin und Björn Koch viele Aufgaben

Beruf mit Abwechslung

Die Bademeister im Guido-Heiland-Bad sorgen für Sicherheit - und einiges mehr. 

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Der Beruf des Bademeisters hat sich in den letzten Jahren stark geändert. Worauf es dabei ankommt, verraten Melli Krispin und Björn Koch vom Guido-Heiland-Bad in Alt-Marl.

Wenn Björn Koch im Urlaub am Strand oder Pool liegt, schaltet er berufsbedingt automatisch in den Überwachungsmodus. „Der Bademeister in mir kommt dann immer durch“, sagt Koch und muss schmunzeln. Björn Koch ist seit 2007 Bademeister im Guido-Heiland-Bad. Ein Ort, den er als „Alt-Marler Junge“ natürlich ganz besonders mag. Seinen Job lernte er noch im abgerissenen Marler Hallenbad. Mittlerweile blickt er auf 20 Jahre Berufserfahrung zurück. Eine seiner Hauptaufgaben ist es weiterhin, darauf zu achten, dass niemand ertrinkt. „Tatsächlich müssen wir regelmäßig auch ins Wasser, um jemandem zu helfen“, sagt Koch. Von wirklich schlimmen Erlebnissen kann er auf Nachfrage aber nicht berichten: „Dafür müssen wir natürlich immer zu 100 Prozent da sein“, sagt er. 

Neue Herausforderungen im Job

Stattdessen erklärt Björn Koch, dass sich der Beruf des Bademeisters in den letzten Jahren gewaltig geändert hat. Das beginnt schon mit der neudeutschen Bezeichnung dafür: „Fachangestellter für Bäderbetriebe“ heißt das heutzutage. „Wir müssen uns heute auch mit Chemikalien wie Chlor, aber auch Säuren und Laugen sowie vielen technischen Dingen wie Filteranlagen auskennen“, erklärt der 38-Jährige.

Genau diese Abwechslung aber ist einer der Gründe dafür, warum Björn Koch seinen Beruf so gerne ausübt. Seine Arbeitszeiten variieren. „Wir öffnen zwar erst um 10 Uhr, aber die Vorbereitungen beginnen bereits um 9 Uhr“, sagt Koch. Erste Aufräum- und Reinigungsarbeiten finden teilweise sogar schon ab 4.30 Uhr statt. Bevor der erste Schwimmer ins Becken kann, muss die Wasserqualität stimmen. „Der pH-Wert muss bei sieben liegen, das ist neutral. Das Wasser wird dafür regelmäßig überprüft“, stellt Björn Koch klar.

Betriebsklima muss stimmen

Wert legt Koch auch auf ein gesundes Betriebsklima: „Unser Team ist wie eine kleine Familie.“ Zu diesem Team gehört unter anderem Melli Krispin. Die 45-jährige Gladbeckerin ist seit 23 Jahren Bademeisterin. Im „Guido“ arbeitet sie seit 2014. Die gewachsenen Ansprüche an den Beruf kann sie bestätigen: „Wir müssen auch Pädagogen sein“, sagt sie und meint damit auch den Umgang mit Jugendlichen, denen es im Umgang miteinander manchmal an Respekt fehlt. „Ich arbeite dann mit Zuckerbrot und Peitsche, sage aber immer ‚Bitte‘“, berichtet Melli Krispin und muss lachen. Auch sie liebt die Abwechslung ihres Berufs und würde ihn erneut wählen, wenn sie müsste.

Klischees stimmen nicht

Melli Krispin räumt mit einigen Klischees auf: „Bademeister stehen nicht nur in der Sonne herum, sondern haben viel zu tun. Nach Feierabend qualmen uns wirklich die Socken.“ Melli Krispin und Björn Koch „leiden“ übrigens beide unter der gleichen Begleiterscheinung ihres Berufsbilds. „Das Lachen der Kinder hören wir vor dem Einschlafen auch nachts im Bett“, sagt Melli Krispin. Ihre leuchtenden Augen bei dieser Aussagen verraten aber, dass das nicht so schlimm sein kann. Dann wird sie zum nächsten Einsatz gerufen: Ein Mädchen schlug sich ein Knie auf und muss mit einem Pflaster verarztet werden. Kein Problem für Melli Krispin – Bademeisterinnen können alles.

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