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Die Freak Cheer der DJK Lenkerbeck zeigten auf der Wiese Pyramiden und andere Turnakrobatik.

Marl - der "Hexenkessel der guten Laune"

Volksparkfest lockt Zehntausende

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MARL - Ob die Sonne strahlt oder der Regen prasselt - für Tausende Marler ist das Volksparkfest ein Muss. Diesmal hatten sie und die Veranstalter mit dem Wetter weitgehend Glück. Schon um 12 Uhr war der Volkspark voll, Stunden später konnte man an den Ständen vor dem Teich nur schwer durchkommen.

Die Stimmung war bei den meisten Gästen bestens, und so grüßte Moderator Philipp Dammer von der Bühne "Marl - den Hexenkessel der guten Laune".

Aus allen Partnerstädten (bis auf das israelische Herzliya) kamen Besucher auf die Bühne. Bitterfelds neuer Oberbürgermeister Armin Schenk machte den Marlern ein Kompliment: "Sie können stolz sein auf dieses Fest." In ihrer Landessprache grüßten auch die Amtskollegen aus Krosno und Zalaegerszeg. Ayse Serifoglu, stellvertretende Bürgermeisterin aus dem Kusadasi, betonte: "Egal wie die politische Situation zwischen der Türkei und Deutschland ist - wir arbeiten weiter für den Frieden in unseren Städten und der Welt." Schülerinnen des Colegio Cristo Rey Madrid, Partnerschule des Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasiums, präsentierten den Hit "Eviva Espana" als rassigen Flamenco.

International und bodenständig

Internationales Flair strahlten auch die Stände rund um den Volkspark aus. Von der Kuba-Moschee bis zum Abi-Jahrgang des Loekamp-Gymnasiums, vom Tierheim bis zu den Partnerschaftsvereinen - gut 60 Marler Gruppen machten mit, außerdem Kunsthandwerker und Gastronomen an insgesamt 150 Ständen. Die Freunde von "Marl - Zalaegerszeg - Krosno" servierten pikante Kolbasz-Wurst aus Ungarn und polnische Krakauer, dazu Rotwein vom Balaton. Im benachbarten Zelt kosteten die Gäste Börek (türkisches Brot) aus Kusadasi und schauten sich farbenprächtige Handarbeiten an.

Einen bodenständigen Kontrast boten die Mühlradsänger mit schönen deutschen Volksliedern wie "Die Gedanken sind frei" vor dem Heimatmuseum. Das Mühlrad hatte der Heimatverein so gut in Schuss gebracht wie selten, es drehte sich in rekordverdächtigem Tempo. Schmiedemeister Willi Schemberg ließ in der Alten Schmiede Hufeisen im Feuer glühen. Sie waren, mit eingekerbten Initialen, ein Geschenk für viele Besucher. Zum Beispiel für Lasse und Lotta, die Enkel von Hilde Semelka. Sie lässt kein Volksparkfest aus: "Hier gibt es so viel zu sehen und es werden tolle Spezialitäten angeboten. Ich komme immer mit dem Fahrrad - ob es regnet oder nicht."

Lebensretter geehrt

Stammgast ist auch Jörg Welzel (48) aus Hamm. Er wurde als Lebensretter auf der Bühne geehrt. Vor genau einem Jahr hatte er in Hamburg eine lebensmüde junge Frau aus der Elbe geholt, die von der Landungsbrücke gesprungen war: "Acht Leute standen um mich herum, taten nichts, holten nur ihre Handys raus und fotografierten. Da hab ich nicht lange nachgedacht." Jörg Welzel warf sich mutig in die Fluten. Bürgermeister Werner Arndt überreichte ihm nun die Ehrenurkunde des Hamburger Senats.

Das Volksparkfest ist ein Selbstläufer. Die Menschen kommen, auch wenn es nur wenige neue Attraktionen gibt. Eine davon war die Show des Marler Kanu-Clubs im Steh-Paddeln. Sportwart Oliver Hynen (24), zweifacher Landesmeister und deutscher Meister, zeigte mit den jungen Vereinsmitgliedern, wie einfach es ist, stehend auf dem Wasser zu rudern - ein Sport für jedes Alter: "Die Bretter sind kippstabil. Man muss sich schon anstrengen, um ins Wasser zu fallen." Gute Bretter aus Gummi oder Karbon gebe es ab 1000 Euro (gebraucht ab 600 Euro) im Sportgeschäft. Vom Kauf eines Stand-Up-Boards im Kaffee-Shop oder Supermarkt rät der Paddel-Profi ab. Aus seiner Sicht ist das Steh-Paddeln ideal für Büroarbeiter: "Man kann sich nur ungeschickt, aber nicht falsch bewegen. Vor allem die Tiefenmuskulatur im Rücken wird trainiert."

Am Nachmittag rockte Löwenherz los, die Band des Lions-Clubs. Und der Volkspark füllte sich immer mehr. "Schauer habe ich einfach abbestellt", sagte Iris Matheus vom Stadtmarketing strahlend. So ganz klappte es nicht, zweimal regnete es kurz, aber die Sonne ließ sich viel öfter blicken als die Wetterfrösche dies vorausgesagt hatten. "Die Teilnehmer an den Ständen sind zufrieden, Guido-Heiland-Bad und Heimatmuseum sind gut besucht - alles super", zog Iris Matheus Bilanz. Sie schätzte die Zahl der Gäste auf 28- bis 30 000.

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