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Neue Geschäftsidee: Vor dem Hof von Hubert Franzen steht jetzt eine Station für den Verkauf von Eiern.

Nach dem heißen Sommer

Gute Ernte trotz Hitzerekord - Wie sich ein Marler Landwirt auf den Klimawandel einstellt

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Die Ernte stand in Marl in diesem Jahr lange unter keinem guten Stern. Landwirt Hubert Franzen zieht Bilanz.

Im Verlauf des Jahres stand die Ernte in Marl lange Zeit unter keinem guten Stern. Verantwortlich war der zweite extrem heiße Sommer in Folge und die damit verbundene Trockenheit. „Ich habe mich oft auf Regen gefreut und hatte mehrfach Wolken im Blick, die bereits auf meine Felder zuzogen. Im letzten Augenblick teilten sich die Wolken dann aber doch noch und zogen vorbei“, blickt Landwirt Hubert Franzen auf die Saison zurück.

Ernte in Marl überrascht

Wider Erwarten fiel seine Ernte aber gut aus. „Bei der Gerste lief es relativ normal, auch die Roggenernte war ganz gut. Beim Weizen gab es aber 15 bis 20 Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr“, sagt Hubert Franzen. Zuletzt fuhr er den Mais ein. Nach dessen Ergebnis gefragt, verdreht der Marler Landwirt die Augen: „Der Mais hat unter der Trockenheit sehr gelitten. Die Ernte fiel um 30 Prozent geringer aus.“ Zukünftig will er die Fruchtfolge, also die Reihenfolge des Anbaus, an die veränderten Klimabedingungen anpassen. Roggen, Gerste und auch Mais werden weiter angebaut, Weizen dagegen weniger.

Klimawandel bereitet keine schlaflosen Nächte

Bei der Frage nach dem Klimawandel macht sich Hubert Franzen nicht verrückt, „weil ich darauf keinen großen Einfluss habe.“ Indirekten Einfluss auf seine Tierzucht hatte zuletzt eine Schweinegrippe in China. „Dort sind bis zu 40 Prozent der Produktion weggefallen“, so Franzen. Darum sei der Preis für Schweinefleisch stark gestiegen.

Die Schweinezucht ist Hubert Franzens Haupterwerb.

70 Zuchtschweine auf dem Hof in Marl

Auf seinem Hof unterhält Hubert Franzen 70 Zuchtsäue. Sie sorgen für reichlich Nachwuchs: Jährlich kommen bis zu 2000 kleine Ferkel zur Welt. Verglichen mit anderen Höfen sei das aber wenig. Hubert Franzen: „Große Schweinezuchten haben durchschnittlich 500 Säue, die ganz großen bis zu 2000.“

Hühner haben auf dem Hof am Linder Weg Freigang.

Steht die Schweinezucht in Marl vor dem Aus?

Unabhängig vom Klimawandel sagt Franzen, der nebenbei Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Localvereins Marl ist, der hiesigen Schweinezucht eine düstere Zukunft voraus: „In fünf Jahren gibt es in Marl keine Schweinezüchter mehr.“ Der Grund dafür seien die immer komplexeren Auflagen und Vorschriften. „In meinem Büro stehen 50 Ordner für die Dokumentation meiner Arbeit. Das ist ein sehr großer Zeitaufwand“, so Franzen. 

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