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Weil Hoa Pham im Marler Stern nicht alles finden konnte, was sie sich auf ihrem Einkaufszettel notiert hat, ist sie nach Alt-Marl gefahren.

Studentin fährt mit Einkaufsliste los

Der Shopping-Test in Marl

MARL - Ein Handyring, ein Übertopf für eine Zimmerpflanze, eine schicke Hose und Sportbekleidung - die Einkaufsliste ist überschaubar. Aber findet man das alles in Marl? Hoa Pham, Journalismus-Studentin aus Gelsenkirchen, machte den Test.

Eine kleine, ruhige Stadt an der Schwelle der Metropole Ruhr und des ländlichen Münsterlandes. Hier finden sich neben weitläufigen Wäldern vor allem Industriekulissen. Das Grimme-Institut sitzt ebenfalls hier und ist landesweit bekannt für die jährliche Verleihung des Grimme-Preises. Neben allem, was es für Besucher zu sehen und entdecken gibt, habe ich mir jedoch die Frage gestellt: „Was bietet Marl für Einkaufsmöglichkeiten?“ Ich habe mich auf den Weg nach Marl gemacht, um herauszufinden, was die Stadt zu bieten hat. Dazu habe ich eine Einkaufsliste mit unterschiedlichen Dingen geschrieben, die ich am Ende meines Besuches in Marl gerne mit nach Hause nehmen würde. Dazu gehören: Ein Handyring, ein Übertopf für eine Zimmerpflanze, eine Hose für den Sommer (keine Stangenware, lieber etwas Besonderes) sowie Sportbekleidung. Außerdem benötige ich ein neues Objektiv für meine Kamera. Auf etwas Gutes zu Essen freue ich mich auch bereits. Was man im Voraus erwähnen sollte: In Zeiten der Globalisierung und der Franchises ist natürlich klar, dass in jeder Stadt doch mindestens eine der großen Supermarkt- oder Bäckereiketten vertreten ist, und auch die typischen Bekleidungsketten finde ich deutschlandweit in jedem größeren Ort. Die Leute scheinen andere Ziele zu haben Ausgestattet mit meiner kleinen Einkaufsliste mache ich mich also an einem Samstagmorgen auf den Weg nach Marl und bin gespannt, was mich erwartet. Bereits auf der Zugfahrt wird das ohnehin nur vereinzelt besetzte Abteil immer leerer. Die Leute scheinen andere Ziele zu haben, als die 86.000-Einwohnerstadt. Ich jedoch fahre weiter, bis zum S-Bahnhof Marl-Mitte. Nur ein älteres Pärchen und ich verlassen den Zug hier. Und auch auf dem Vorplatz zum bekannten „Marler Stern“, dem Einkaufscenter in Marl, entdecke ich nur wenige Leute. Vielleicht ist das Wetter mit ein Grund dafür. Es ist ziemlich grau und bewölkt an diesem Samstagmorgen. Was mir von hier jedoch ins Auge springt, ist ein schöner Kontrast zum tristen Wetter: Ein großes Wohngebäude dient hier als Leinwand für ein riesiges buntes Gemälde. Doch nun zurück zu meiner Liste, schließlich habe ich noch einiges vor. Nun betrete ich also den Marler Stern, ein Einkaufszentrum mit einem interessanten Detail: Das Dach besteht aus mehreren Luftkissen, das macht jedenfalls einen leicht futuristischen Eindruck, sowohl von außen als auch von innen. Die bekannten Standardketten Ich entdecke beim Eintreten auch direkt eine Möglichkeit, meinen ersten Punkt von der Liste abzuhaken. Ein Gebrauchtwarenladen für Elektronik hat einige interessante Handyringe im Angebot, von denen ich gleich einen günstigen abstauben kann. Direkt zu Beginn also der erste Erfolg. Viel mehr für mich Interessantes entdecke ich im Marler Stern jedoch leider nicht. Die Geschäfte hier sind die bereits erwähnten Standardketten von H&M, Handybetreiberläden, Bäckereien, Supermärkte, Ein-Euro-Laden-Ketten und auffällig viele Frisöre. Leider fehlen hier Geschäfte der bekannten Sport- und Lifestylemarken, wie ich sie zum Beispiel in Essen finde. Schade. Mit meinem Smartphone, versehen mit dem neu gekauften Ring an der Rückseite, mache ich mich auf die Suche nach einem Blumenladen, um nach einem schönen Übertopf für meine Zimmerpflanze zu schauen und werde auch schnell fündig. Passendes Objektiv für die Kamera gefunden Dafür fahre ich in den „historischen Stadtkern“ von Marl, der leider eigentlich etwas außerhalb liegt. Das bedeutet für mich, 30 Minuten auf den Bus zu warten. Eine Alternative dazu gibt es nicht. Doch dann bin ich in nur 13 Minuten mit dem Bus dort, im „historischen Stadtkern“, in Alt-Marl. Hier finde ich auch direkt einen schönen Blumenladen und auch eine große Auswahl an Übertöpfen. Und sogar noch andere schöne Dinge, die ich so nicht erwartet hätte. Kerzen und selbstgemachte Öle verschiedener Sorten. Viel mehr gibt es hier aber auch nicht zu finden, außer natürlich weitere Supermärkte. Also steige ich in den Bus, der mich zurück in die Innenstadt bringt, nach erneutem Warten versteht sich. Nach der 20-minütigen Fahrt steige ich aus und treffe auch auf mehr Menschen. Hier finde ich endlich einen Sportladen, leider habe ich auch hier kein Glück und entdecke dort keine Surfkleidung für meinen bevorstehenden Urlaub. Ein wenig enttäuscht schlendere ich durch die Straßen und finde zufällig einen Laden, der Kameraobjektive anbietet. Die Auswahl vor Ort ist nicht allzu groß, der Onlinehandel scheint eher im Fokus zu stehen. Die Mitarbeiterinnen sind jedoch sehr bemüht und können mir auch helfen, das passende Objektiv für meine Kamera zu finden. Gute, freundliche Beratung Mit dem Besuch in einem netten kleinen Restaurant in einer Seitenstraße habe ich noch meinen letzten Punkt von der Liste streichen können, bevor mein Tagesausflug in Marl zu Ende geht und ich mich mit Bus und Bahn und einigen Wartezeiten auf den Rückweg begebe. Insgesamt konnte ich einige Dinge von meiner Liste bekommen, vor allem über das Objektiv für die Kamera freue ich mich sehr, da ich auch eine sehr gute Beratung vor Ort genießen konnte. Die Kleidungsstücke, die ich gerne mitgenommen hätte, werde ich wohl woanders kaufen müssen. Die überall präsenten Ketten bieten nicht das, was ich gesucht habe. In dieser Hinsicht fehlt Marl hier ein wenig was im Vergleich zu Städten wie Essen oder Düsseldorf. Als Einkaufsstadt würde ich Marl also am Ende nicht bezeichnen. Wer aber die Augen offen hält, entdeckt einige nützliche Geschäfte mit freundlichen Beratern, die in vielen Dingen weiterhelfen können.

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