Auch der Bürgermeister wehrt sich gegen Angriffe

"Brandschutz ist jederzeit gewährleistet"

MARL - Nach den Berichten der Marler Zeitung über die zeitweilige Personalnot bei der Feuerwehr äußern sich nun auch Bürgermeister Werner Arndt, Stadtbrandmeister Peter Blomtrath und die Spitze der Personalverwaltung zu den Vorwürfen.

Wie berichtet, wurden am Samstagabend Einsatzkräfte in den Nachbarstädten in Bereitschaft versetzt, damit sie in Marl notfalls aushelfen konnten. Sechs Marler Wehrleute hatten sich krank gemeldet. Deshalb stockte die Feuerwehr die Mannschaft der Hauptwache mit Freiwilligen auf – ein absoluter Ausnahmefall, der nicht absehbar war, betont der Stadtbrandmeister. Der Brandschutz in Marl sei aber jederzeit gewährleistet. Empört zeigt sich der Bürgermeister über den CDU-Ratsherrn Karl-Heinz Hanfler. Hanfler kritisiert in einer Stellungnahme, dass die Marler Feuerwehr beim Rettungseinsatz nach dem tödlichen Arbeitsunfall eines Monteurs auf dem Dach der Kohlenmischanlage von AV 3/7 (die MZ berichtete) „erheblich“ Zeit verloren habe. Stadtbrandmeister Peter Blomtrath weist dies entschieden zurück: Weil die erste Einsatzmeldung nicht ganz klar war, hätten die Retter nach Parallelanrufen auf dem Weg zu AV ein Spezialfahrzeug nachgefordert, erklärt der Feuerwehrchef: „Dadurch haben wir aber keinen Zeitverlust gehabt. Außerdem waren zwei Höhenretter sofort im Einsatz, die reichten aus. Ebenso unsere von Hand tragbare Leiter.“ "Grenze überschritten" Werner Arndt ergänzt, es habe ihm „sehr weh getan“, dass der tragische Tod des Monteurs in Zusammenhang mit der Personalplanung der Feuerwehr gebracht wird: „Da hat Herr Hanfler eine Grenze überschritten. Die Feuerwehr hat auf AV alles Menschenmögliche getan. “ Die Stadt will, wie berichtet, in diesem Jahr fünf neue Brandmeister einstellen. Einer fängt bereits am Sonntag an, zwei weitere im November. Außerdem sind noch zwei Stellen ausgeschrieben. Mehr Transparenz im Internet Aufgreifen will die Verwaltung die Anregung eines Feuerwehrmanns: In einem Kommentar auf unserer Internetseite schlug er anonym vor, den Brandschutzbedarfsplan für alle Bürger öffentlich zugänglich zu machen. Städte wie Castrop-Rauxel tun dies bereits, bestätigt der stellvertretende Personalamtsleiter Michael Bach. Marl noch nicht – weil der aktuelle Brandschutzplan schützenswerte Daten über Besoldungsgruppen enthält. Ein Arbeitskreis der Verwaltung arbeitet aber zurzeit an der Fortschreibung des Plans. „Dabei werden wir darauf achten, den öffentlichen vom nicht öffentlichen Teil zu trennen, damit wir den neuen Plan ins Internet stellen können“, verspricht Michael Bach. Mehrarbeit immer noch unbezahlt Hintergrund der im Internet besonders scharf geführten Debatte um die Personalplanung der Feuerwehr ist der Streit um unbezahlte Mehrarbeit. Mit Sirenengeheul und Fackeln demonstrierten Marler Feuerwehrleute mehrfach vor dem Rathaus. Für die Jahre 2002 bis 2006 fordern viele noch die Bezahlung ihrer Mehrarbeit. Teils soll es sich um fünfstellige Summen handeln. Doch ihre Anträge, die ein gewerkschaftlicher Vertrauensmann im Rathaus abgegeben haben will, sind verschwunden. Ein pensionierter Mitarbeiter der Personalabteilung kann sich anscheinend nicht an die Anträge erinnern. Und ohne aktenkundige Anträge darf die Stadt nicht zahlen: „Das ist keine Schikane, da sind uns rechtlich die Hände gebunden“, versichert der Bürgermeister. Klagen oder eidesstattliche Erklärungen, dass die Anträge abgegeben wurden, hätten Feuerwehrleute bisher nicht eingereicht. Funkmeldeempfänger abgegeben Sauer sind 20 hochqualifizierte Wehrleute auch über den Beförderungsstopp. Seit Jahren warten sie auf bessere Bezahlung. Der Bürgermeister bedauert, dass eine überschuldete Stadt wie Marl nicht befördern darf. Er zeigt sich aber zuversichtlich, dass der Haushalt bald genehmigt wird: „Dann können wir in kürzester Zeit auch Beförderungen aussprechen.“ Die Zeit, das Personalproblem zu lösen, drängt: Vier qualifizierte Kräfte wechselten in diesem Jahr in andere Städte. Und im Rat setzten fast alle hauptamtlichen Feuerwehrleute ein Signal: Sie gaben ihre Funkmeldeempfänger ab. Mit diesen Empfängern werden Kräfte, die frei haben, im Notfall alarmiert...

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