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Höhenretter bei der Feuerwehr Marl an der Windkraftanlage in Marl-Frentrop.

Ausbildung von Höhenrettern

Bergung vom Windrad in 128 Meter Höhe

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MARL - Seit einer Woche lassen sich acht Feuerwehrmänner aus Marl, Castrop-Rauxel, Gladbeck und Haltern zu Höhenrettern ausbilden. Dass sie Nerven aus Draht haben, beweisen sie am Montag in Marl-Frentrop, als sie sich von einem 128 Metern hohen Windrad abseilen.

Das Leben der Feuerwehrmänner Bert Wiescher (Wache Marl) und seines Kollegen Björn Krumminga (Wache Gladbeck) hängt am Montagmorgen an einem elf Millimeter dicken Sicherungsseil. Ein zweites dient als Lastseil, um eine Trage herunterlassen zu können. 128 Meter liegen zwischen dem Boden und dem Maschinenraum einer Windkraftanlage in Marl-Frentrop. Wiescher und Krumminga absolvieren wie sechs weitere Kollegen den Lehrgang zum Höhenretter. Sie seilen sich zum ersten Mal aus solch einer Höhe ab. Dem Marler Feuerwehrmann geht dabei nur eines durch den Kopf, wie er im Anschluss erzählt: nämlich nichts: „Ich habe den Ausblick und die Ruhe genossen“, sagt er entspannt. Angst müssen die insgesamt acht künftigen Höhenretter von den Feuerwehren in Marl, Castrop-Rauxel, Haltern und Gladbeck laut Ausbilder Michael Dolega von der Marler Feuerwehr nicht haben. Jedes der Seile ist extrem belastbar. „Das hält bis zu drei Tonnen.“ Zwei Kleinwagen könnten die Retter an jedes Seil hängen. Michael Dolega beobachtet das Geschehen vom Boden aus. In diesem Übungsszenario simulieren die angehenden Höhenretter die Bergung von Monteuren, die sie sicher auf den Boden bringen müssen Die Fortbildung besteht neben praktischen Übungen auch aus viel Theorie. „Wir sind auf die Belastungsgrenzen der Ausrüstung eingegangen, haben das Material kennengelernt und uns mit den Fahrzeugen auseinandergesetzt“, berichtet Philipp Erwig, der vor zwei Jahren seine Ausbildung zum Feuerwehrmann in Marl abgeschlossen hat.

15 Mal rückten die Höhenretter der Feuerwehren aus dem Kreis Recklinghausen 2017 aus. Dabei bergen sie nicht immer Personen aus großer Höhe. Michael Dolega erinnert an einen Fall, bei dem die Helfer einen Patienten aus dessen Wohnung im ersten Obergeschoss holen mussten: „Der wog 250 Kilo. Um ihn herauszuholen, haben wir die Drehleiter ausgefahren und uns von oben abgeseilt.“ Solche Einsätze gehören zum Alltag der Höhenretter. Wenn alles gut geht, sind die acht Anwärter bald Teil der Einheit.

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