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Die Ausbildung im Chemiepark wird im September beginnen. Auch junge Flüchtlinge werden wieder dabei sein – wie schon hier im letzten Jahr.

187 Lehrstellen unbesetzt

Mühsame Suche nach guten Nachwuchskräften

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MARL - Obwohl das neue Ausbildungsjahr bereits begonnen hat. sind in Marl noch 187 Stellen unbesetzt. Auf der Suche nach geeignetem Nachwuchs setzen Firmen mittlerweile auf Ausbildungsbotschafter.

André Zeglinski, Inhaber einer Portaltechnik-Firma in Lenkerbeck, beschäftigt elf Auszubildende und würde gern fünf weitere einstellen. Doch es werde schwerer, geeignete Kräfte zu finden, sagt er: „Man fängt oft bei Null an. Es gibt junge Leute, die sich nicht richtig vorstellen können und wissen, was sie machen wollen. Auch Leute mit Bachelor-Abschluss, die nicht in der Lage sind, Brutto- oder Netto-Beträge auszurechnen.“ Selbst aussichtsreiche Kandidaten hätten oft ein falsches Bild vom Metallbauer-Beruf: „Wir brauchen intelligente Leute mit Technik-Verständnis, die Maschinen bedienen können“, erklärt André Zeglinski.

Viele Bewerber sind seiner Meinung nach nicht aufs Leben vorbereitet, schon früh verschuldet. Um geeignete Kandidaten zu finden, setzen Firmen und Kammern sogenannte Ausbildungsbotschafter ein. Das sind junge Leute im zweiten Ausbildungsjahr, die in Schulen oder Universitäten aus ihrem Berufsalltag erzählen. Schüler könnten sich besser mit den jungen Azubis identifizieren, hätten auch keine Hemmungen, Fragen zu stellen und könnten so vielleicht für Handwerksberufe interessiert werden, meint Zeglinski. Freie Lehrstellen gibt es in seiner Firma für Metallbauer, Monteure, Servicetechniker und Konstrukteure.

Flüchtling überzeugt im Praktikum

Auch die Bäckerei Thies hat Probleme, Lehrlinge zu finden – schon aufgrund der Arbeitszeiten: Morgens um 3 Uhr beginnt der Arbeitstag. Zwei junge Männer bildet Thies zurzeit aus. Bisher hat in der Bäckerei noch niemand die Lehre abgebrochen. „Vielleicht liegt es am kameradschaftlichen Klima“, sagt Claudia Thies. Hussein Abdel Rashad, Flüchtling aus Ghana, fand seine Ausbildungsstelle bei Thies über ein Praktikum, bei dem er mit seinem Geschick überzeugte. „Er spricht auch sehr gut Deutsch und macht einen guten Job“, sagt Claudia Thies. Die Zwischenprüfung hat der junge Mann bereits bestanden.

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