Besuch in Solarfirma

Wie ein Dach zum kleinen Kraftwerk wird

Besuch bei einem Jungunternehmer, der sich mit der Energiewende nicht nach Feierabend beschäftigt: Firmenchef Marc-Philippe Schulz (28) aus dem gleichnamigen Betrieb versteht es, die Besucher mit immer neuen, unerwarteten Informationen aus seinem Metier zu fesseln.

Eine davon: Den höchsten Wirkungsgrad erreicht so eine Energieumwandlungsanlage an einem schönen Frühlingstag, wenn die Sonne schon kräftig scheint, es dabei aber noch vergleichsweise kalt ist. Nächste Überraschung: Für einen guten Wirkungsgrad muss es keineswegs immer ein Süddach sein, wie viele glauben. „Im Gewerbebereich werden fast nur noch Ost-West-Dächer gebaut“, plaudert Schulz aus dem Nähkästchen – um den vollen Lauf der Sonne auszunutzen. Überraschung Nr. 3: Wer auf dem Dach eine solche Anlage betreibt, erlebt keine böse Überraschung, wenn es brennt. Das versichert der Firmenchef ausdrücklich.

Dass etwa auf der Feuerwehr-Hauptwache nach Jahren der Planung und des Wartens immer noch keine Anlage läuft, hat andere Gründe. Hier liefert Bürgermeister Werner Arndt Spontan-Aufklärung: „Dazu müssten wir erst das Dach sanieren. Und das ist dann kein lohnendes Geschäft. Sie bekommen nur Cent-Beträge für die Verpachtung.“

Die Zahlenspiele von Privathaushalten und Gewerbetreibenden sehen anders aus. Wieder plaudert der Firmengründer aus seinem Unternehmer-Alltag. Bei jeder Strompreis-Erhöhung, berichtet er, kommen Bürger in Scharen, um sich über die Möglichkeiten zu informieren, den eigenen Strom auf dem Hausdach zu produzieren.

90 Prozent seiner Kunden, berichtet Schulz, sind Privatleute. Dass dies mit vergleichsweise kleinen Eingriffen in das Gefüge des Daches möglich ist, zeigt er am Modell: Die Dachpfannen werden kaum in Mitleidenschaft gezogen, die Module ruhen auf besonderen Metallschienen, die wiederum an den Dachsparren befestigt sind.

Die Firma, die seit dem 1. April an der Barkhausstraße zu finden ist und in der Nähe des Flugplatzes Loemühle eine Montagehalle betreibt, beschäftigt sieben Mitarbeiter – vom Dachdecker bis zum kaufmännischen Angestellten – eine Größe, die der Gründer für erhaltenswert hält.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Ampel nach Stromausfall wieder in Betrieb 
Ampel nach Stromausfall wieder in Betrieb 
10:2 Tore, sechs Punkte  - TuS 05 Sinsen marschiert  in die Zwischenrunde
10:2 Tore, sechs Punkte  - TuS 05 Sinsen marschiert  in die Zwischenrunde
Ärgernis Baulücken: Was die Stadt dagegen tun kann  
Ärgernis Baulücken: Was die Stadt dagegen tun kann  
Aufmerksamer Zeitungszusteller sieht brennendes Auto und ruft die Feuerwehr
Aufmerksamer Zeitungszusteller sieht brennendes Auto und ruft die Feuerwehr
Dattelns Senioren-Fußballer sind heiß auf den Stadtmeisterpokal 
Dattelns Senioren-Fußballer sind heiß auf den Stadtmeisterpokal 

Kommentare