Bürgerversammlung zum Moschee-Bau

Yunus Emre Moschee: Viel Zustimmung, wenig Protest

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MARL - Im großen Sitzungssaal des Rathauses blieb am Mittwochabend kaum ein Platz frei. Die Stadtverwaltung hatte zum Informationsabend über den Neubau der Yunus Emre Moschee eingeladen. Viele kamen, um zu zeigen, dass das Bauvorhaben für sie kein Problem darstellt. Einige, um ihre Bedenken zu äußern, wenige, um Protest zu formulieren.

So streng geregelt sind Bürgerversammlung sonst in der Regel nicht. Vor der Tür zum Sitzungstrakt standen Beamte der Marler Polizei. Im Rathaus war ein privater Sicherheitsdienst eingesetzt. "Nach den zwei Veranstaltungen auf dem Rathausplatz mit erheblichem Polizeieinsatz vor einigen Wochen wollte ich dafür Sorge tragen, dass jeder Marler in Frieden und Sicherheit an dieser Veranstaltung teilnehmen kann", so Bürgermeister Werner Arndt. Rederecht hatten an diesem Abend nur Marler Bürger, später auch Vertreter der Parteien und Kirchen. Film- und Tonaufnahmen wurden den Besuchern untersagt. Wie berichtet will die Yunus Emre Moschee Gemeinde an der Sickingmühler Straße unweit ihres jetzigen Standorts eine neue Moschee bauen. Seit mindestens 20 Jahren beschäftigt die Gemeinde und die Verwaltung der Stadt Marl dieses Projekt. Jetzt hat der Rat der Stadt Marl per Beschluss den Weg für eine Änderung des Flächennutzungsplanes und den vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf dem Grundstück (schräg gegenüber dem Lidl-Markt) an der Sickingmühler Straße geebnet.

Die Planungen für das Bauprojekt laufen bereits seit Jahren, ein Beirat mit Siedlervereinen, Hundesportverein, Kirchen, Integrationsrat ist bei jedem Planungsschritt eingebunden. Seit einigen Monaten formiert sich in Mal Protest gegen das zuvor kaum kritisierte Bauprojekt:

Grund 1: Eine Bürgerinitiative startete eine Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren, das sich allerdings nicht mehr gegen den Moschee-Bau richtet. Verhindern wollen die Bürger, dass die Stadt der Ditib ein angrenzendes Grundstück für 80 zusätzliche Parkplätze verkauft. Der Initiator des Bürgerbegehrens ist inzwischen übrigens aus Marl weggezogen, wie Bürgermeister Werner Arndt berichten konnte.

Grund 2: Die politische Situation in der Türkei und ein eventuell möglicher Einfluss der staatlichen Religionsanstalt Ditib auf die Gemeinde treibt einige Bürger und Politikvertreter in Marl um. "Ich möchte, dass jeder seinen Glauben leben kann, wie er will. Aber ich habe ein Problem damit, dass die Yunus Emre Gemeinde zu Ditib gehört", sagte zum Beispiel Christel Sick.

"Lasst diese Leute doch endlich ihre schöne Moschee hier bauen", forderte Willy Brünn aus Alt-Marl. Für Willi Dauber von der Siedlergemeinschaft Drewer-Mark, Mitglied im Planungsbeirat, gibt es bei der Moschee-Planung kein Problem. Was ihn und Anwohner der Sickingmühler Straße umtreibt sind Verkehrsprobleme an der vielgenutzten Straße - die gibt es allerdings jetzt schon. Die Yunus Emre Gemeinde erklärte bereits, mit ihren neugebauten Parkplätzen zur Entlastung beizutragen und sie zum Beispiel auch für Friedhofsbesucher zu öffnen. Auch Räume in der Moschee könnten von Marler mitgenutzt werden, die nicht Mitglieder der Gemeinde seien, erklärte Architekt Murat Canal.

Fazit der über drei Stunden langen Veranstaltung: Es gab viele Informationen über den geplanten Ersatz-Neubau der Yunus Emre Moschee . Und es gab einige Teilnehmer des Abends, denen es ganz und gar nicht darum ging, sich zu informieren. Der Abend blieb dennoch friedlich.

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