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Marvin Sieger und Shari Noffke sind am Projekttag selbst mit dem Rad unterwegs.

Polizei kontrolliert Fahrradfahrer

Was der Eichenprozessionsspinner mit Radfahrsicherheit zu tun hat

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20 Beamte achteten bei einem Projekttag wieder auf Marls Fahrradfahrer. Eine Radlerin fordert Klarheit im Schilderwald.

Margareta Schoffina ist einsichtig. Die Radlerin wurde von der Polizei auf der Schachtstraße in Brassert angehalten, weil sie als sogenannte "Geisterradlerin" unterwegs war. Das bedeutet, dass sie die falsche Straßenseite benutzt hat. Bei zwei vorhandenen Radwegen müssen Radler den rechten Weg befahren. Das ist der, der parallel zur Fahrtrichtung des Straßenverkehrs verläuft. Ansonsten sind zehn Euro Bußgeld fällig. Margareta Schoffina kommt aber mit einer Verwarnung davon. Die gefällt ihr besser, als der Schilderwald in Marl. "Als Radfahrerin hätte ich gerne deutliche Hinweise darauf, in welche Richtung ich fahren darf", sagt Margareta Schoffina.

Dieses Schild unterteilt den Weg in zwei Bereiche: Einen für Fahrradfahrer und einen für Fußgänger.

Tatsächlich entdecken wir bei genauerem Hinsehen verschiedene Verkehrsschilder an Marler Radwegen. Entweder teilen sie den Weg klar in zwei Hälften für Radler und Fußgänger - oder verwirren mit zusätzlichen Warnhinweisen.

Das untere Schild teilt den Weg für Radler und Fußgänger ein, das obere Schild warnt vor plötzlich auftauchenden Fahrradfahrern.

In Marl achten am Projekttag 20 Beamte von 7 bis 13 Uhr auf die Radfahrsicherheit. Polizeihauptkommissar Frank Mühlnickel leitet die jährlich mehrfach durchgeführten Aktionen. "Ein großes Problem sind E-Bikes, die weiter stark im Trend liegen", sagt Mühlnickel: "Vor allem ältere Menschen unterschätzen die Geschwindigkeit von E-Bikes und werden in Unfälle verwickelt." Aktuelle zahlen für das zweite Quartal kann er auf Nachfrage noch nicht nennen. "Im Sommer steigt die Zahl der Unfälle aber wetterbedingt aber deutlich an", erklärt Mühlnickel.    

Hier dürfen Radler den Fußgängerweg mitbenutzen.

Die Auswirkung eines weiteren "Trends" dieses Sommers auf den Straßenverkehr erlebte Frank Mühlnickel neulich bei einer Kontrolle in einer Nachbarstadt. "Wir hielten eine Geisterradlerin an, weil sie auf der falschen Straßenseite fuhr. Als Begründung dafür gab sie an, dass auf der Seite viele Bäume mit Nestern des Eichenprozessionsspinners stehen", erinnert sich Mühlnickel. Die Frau durfte ohne Strafe auf der "falschen" Straßenseite weiterfahren. Sicherheit geht schließlich vor.

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