Verhaftung bei Prozess im Amtsgericht

Junge Marler gestehen Serie von Raubüberfällen

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MARL. - Zwei Jugendliche und ein Heranwachsender aus Marl haben vor dem Jugendschöffengericht eine Reihe von Überfällen auf Supermärkte und Tankstellen in Marl gestanden. Das Trio ist wegen Raubes und räuberischer Erpressungen angeklagt.

Während einer Prozesspause wurde überraschend ein junger Heranwachsender aus Marl im Amtsgericht verhaftet. Er saß in den Zuschauerreihen. Nach Informationen unserer Zeitung lag gegen ihn ein Haftbefehl wegen räuberischer Erpressung vor.

Angeklagt sind in dem Prozess zehn Taten von Juni 2014 bis April 2015. Dem heute 17-jährigen Hauptangeklagten, einem jungen Türken, der vom Marler Anwalt Tim F. Schubert verteidigt wird, werden zehn Taten vorgeworfen. Er gibt zu, dass er neun davon begangen hat.

Dreimal hat er den Supermarkt und Getränkemarkt in der Breddenkampstraße überfallen, viermal sogar den Minimarkt in der Barkhausstraße. Auch die Lotto-Annahmestelle in der Loestraße und eine Tankstelle an der Brassertstraße waren Ziel seiner Raubzüge. Während des Schützenfestes in Hüls brach er in eine Wohnung ein. Die beiden anderen Angeklagten räumten ebenfalls Tatvorwürfe der Staatsanwaltschaft ein: Ein heute 21-jähriger Marler gestand, bei vier Taten Schmiere gestanden zu haben, ein heute 16-Jähriger sagte, er habe bei zwei der angeklagten Taten mitgemacht.

Vorstrafe zur Bewährung ausgesetzt

Nur an einem versuchten Raubüberfall am 1. Dezember 2014 auf den Minimarkt, bei dem der maskierte Täter die Angestellte mit einer Schusswaffe bedroht hatte, vergeblich versuchte, die Kasse zu öffnen und keine Beute machte, will keiner aus dem Trio beteiligt gewesen sein.

Alle drei Täter belasteten sich im Prozess sogar selbst mit weiteren Taten, die zwischen Oktober 2014 und März 2015 begangen wurden. Der Hauptangeklagte gestand Raubzüge auf eine Spielhalle in der Brassertstraße, eine Tankstelle in der Barkhausstraße und einen Kiosk in der Lassallestraße. Auch hatte der 21-Jährige in zwei Fällen Schmiere gestanden, der 16-Jährige war in einem Fall beteiligt.

Der Hauptangeklagte und der 16-Jährige sind wegen eines Raubüberfalls auf einen Supermarkt vorbestraft, die Strafe ist zur Bewährung ausgesetzt.

Angestellte mit Schusswaffen bedroht

Beim ersten Raubüberfall soll nach Darstellung der Angeklagten ein Mitarbeiter des Supermarkts an der Breddenkampstraße auf beide Täter gewartet haben.

Nach Ermittlungen der Polizei wurden bei den Überfällen Angestellte der Supermärkte und Kassierer der Tankstellen bedroht, meist mit Schusswaffen, mal auch mit einem Messer. Bei den Schusswaffen soll es sich nach Darstellung der Angeklagten um eine Softair-Pistole gehandelt haben, die einer echten Beretta, bekannt aus amerikanischen Actionfilmen, täuschend ähnlich sieht. Die Täter erbeuteten Bargeld aus den Kassen, mehrere Geldkassetten aus einem Tresor, in den Tankstellen auch Zigaretten.

Täter trugen Panda-Masken

Sie hatten ihre Gesichter hinter Ski- und Panda-Masken, schwarzen Tüchern und Kapuzen versteckt oder sich vermummt. Immer wieder hatte die Polizei nach den Tätern gefahndet, unsere Zeitung veröffentlichte Zeugenbeschreibungen.

Der Prozess soll am Freitag mit der Vernehmung eines ermittelnden Polizeibeamten und eines Raub-Opfers fortgesetzt werden. Dann wird möglicherweise schon das Urteil verkündet.

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