An der Breddenkampstraße wird schon jetzt gebuddelt. Gelsenwasser verlegt dort eine neue Trinkwasserleitung. Der eigentliche Straßenumbau beginnt erst im Frühjahr 2015.
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An der Breddenkampstraße wird schon jetzt gebuddelt. Gelsenwasser verlegt dort eine neue Trinkwasserleitung. Der eigentliche Straßenumbau beginnt erst im Frühjahr 2015.

Breddenkampstraße

Bürger hängen an ihren Radwegen

  • Robert Klose
    vonRobert Klose
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  • Stephan Rathgeber
    Stephan Rathgeber
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Marl - Der geplante Umbau der Breddenkampstraße provozierte schon erregte Politiker-Reaktionen. Wie berichtet, konnte der Planungsausschuss dem Vorschlag der Verkehrsplaner, die Radwege beidseitig auf die Fahrbahn zu verlegen, wenig abgewinnen. Unsere Zeitung fragte die Bürger, was sie von den Allzweckstreifen halten.

Die lang ersehnte Ausbauplanung bricht mit dem Gewohnten. Die Planer wollen die Radfahrer nicht mehr auf eigenen Radwegen vom motorisierten Verkehr trennen. Im Gegenteil: Die Radler sollen auf sogenannten Schutzstreifen bewusst auf die Fahrbahn gelenkt werden und so den Verkehr langsamer machen. In den beiden geplanten Kreisverkehren (an der Einmündung „In den Kämpen“ und an der Kreuzung Langehegge) ist vorgesehen, auch diese Streifen aufzugeben und die Radler vor dem motorisierten Verkehr herfahren zu lassen.

Hauptargument der Planer: Die scheinbar sicheren abgetrennten Wege seien tatsächlich unfallträchtig, etwa wenn Autofahrer beim Abbiegen die Radwege überqueren müssten. Auf der Fahrbahn seien Radler immer zu sehen. Doch auch die Bürger sind skeptisch: Margit Renkhoff und ihre Enkelin Helen etwa fahren gerne mit dem Fahrrad durch Drewer. Dass sie künftig noch auf der Breddenkampstraße unterwegs sein werden, bezweifeln sie. „Auf dem Radweg fühlen wir uns sicher. Doch auf der Straße zu fahren, das halte ich für zu gefährlich“, erklärt Margit Renkhoff. "Diese Planung ist kriminell"

Damit hat auch die 79-jährige Hildegard Kohl Probleme: „Für ältere Leute ist diese Planung kriminell“, schimpft sie. „Ich fahre fast jeden Tag Fahrrad und sehe viele Autofahrer rasen. Ich denke nicht, dass sie Rücksicht auf uns nehmen werden.“ Willi Gutberlet möchte ebenfalls lieber den Radweg nutzen: „Ich würde mich bedrängt fühlen, wenn Autos mich auf offener Straße überholen.“ Auch Brunhilde Mühlenbäumer – die ohnehin lieber mit dem Auto fährt – sorgt sich um die Sicherheit: „Wieso lässt man die Situation nicht so, wie sie jetzt ist? Ich habe Angst um die vielen Radfahrer.“ Es gibt auch Befürworter der Pläne. Dietmar Langer ist routinemäßiger Radfahrer. Er hat keine Angst: „Beispiele aus Herten und Recklinghausen zeigen, dass es funktioniert, als Radfahrer auf der Straße zu fahren. Außerdem wird der Verkehr flexibler, weil Autofahrer den Radstreifen mitnutzen können.“

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