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Prof. Frithjof Küpper fixiert in seinem Labor in Aberdeen eine Algen-Probe. Der Wissenschaftler fürchtet durch den Brexit Nachteile für seine Arbeit.

Marler Meeresbiologe lehrt in Schottland

Den Brexit fürchtet Frithjof Küpper mehr als Haie

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MARL - Der Brexit würde den in Schottland lehrenden Marler Meeresbiologen Prof. Frithjof Küpper (46) hart treffen. "Für mich hängt alles in der Schwebe. Ich kann nichts mehr planen“, sagt er. Wird er künftig weniger Forschungsmittel der EU bekommen?

Frithjof Küpper hofft, dass der Vertrag über den EU-Austritt Großbritanniens spätestens im britischen Parlament scheitert und dass dann neu entschieden wird. Seine wissenschaftliche Arbeit. Sie hängt stark von Geldern der EU ab. Großbritannien habe mit Erfolg Mittel aus EU-Forschungsprogrammen geworben, sagt Küpper: „Der Brexit wird die Universitäten treffen. Viele Studenten aus Europa werden dann nicht mehr nach Großbritannien kommen.“

Der Biologe fürchtet schwierigere Ein- und Ausreisebedingungen, fragt sich, ob er noch mit der europäischen Versichertenkarte in Großbritannien herumfahren kann. Dass er bald vielleicht nicht mehr das schottische Parlament wählen kann, ist noch das geringste Problem.

Votum kam völlig überraschend

Seit mehr als 15 Jahren lebt Frithjof Küpper in Schottland. Wenn der Brexit Realität wird, muss er wohl eine neue Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Der Marler hat eine Eigentumswohnung in Aberdeen. Seine Nachbarn drängen ihn, sich am Einbau eines 50.000 Euro teuren Aufzugs zu beteiligen: „Da möchte ich mich noch nicht festlegen. Es kann ja sein, dass ich im nächsten Jahr ausziehe.“

Prof. Frithjof Küpper

Schon als Junge wollte Frithjof Küpper alles über die Natur wissen. Wir berichteten, wie er bei „ Jugend forscht“ und Schüler experimentieren“ gewann. Auf das Abi am GSG folgte eine Karriere in Rekordzeit. Küpper lehrt in Aberdeen Meeresbiologie, spricht fließend Englisch, Griechisch und Französisch. Seinen Zweitwohnsitz hat er in Drewer-Süd. Beim Tauchen nach seltenen Algen scheut er selbst Begegnungen mit großen Galapagos-Haien nicht: „Wenn man sie nicht ärgert, tun sie nichts.“

Das Votum der Briten für den Brexit traf den Marler vor zwei Jahren völlig überraschend: „Ich kenne keinen, der für einen Brexit gestimmt hat. Auch meine Nachbarn haben es nicht getan. Von einer Stimmung gegen die EU hatten wir an der Uni nichts mitbekommen. Aber vielleicht leben wir in einem Elfenbeinturm.“ Immerhin ist Frithjof Küppers neues Forschungsprojekt zu Meerwasser-Entsalzungsanlagen nicht gefährdet. Es wird von der Regierung in Kuwait finanziert.

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