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Muss der Röttgershof zur Sicherheit erhalten bleiben - oder wird er nicht mehr gebraucht und kann einer Wohnsiedlung weichen?

Politische Streitfrage

Soll der Röttgershof fallen oder stehenbleiben?

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MARL - Wer heute am Röttgershof an der Langenbochumer Straße vorbeigeht, sieht vor allem eines: dass er leersteht, und das schon eine ganze Weile. Ob die ehemalige Flüchtlingsunterkunft noch gebraucht werden könnte, ist umstritten.

Der Röttgershof steht seit Sommer 2017 leer. Seitdem wird auch über Aufgabe und Abriss oder Sanierung der ehemaligen Sammelunterkunft für Flüchtlinge diskutiert. Das weitläufige Gebäude bietet insgesamt 260 Plätze. Dass es als Reservestandort für den Fall instand gehalten wird, dass der Bedarf an Unterkünften für Asylbewerber vielleicht noch einmal so dramatisch steigt wie 2015, stößt auf Kritik.

So beantragte die CDU im Stadtplanungsausschuss jetzt, den Abriss des Röttgershofs vorzubereiten, um an der Stelle Platz für Wohnbebauung zu schaffen. Bedenken äußerte Marls Baudezernentin. Sie will eine mögliche neue Bebauung erst prüfen.

Für den Abriss stimmt neben der CDU auch Die Linke mit Hinweis auf den schlechten Zustand der Gebäude und auf die Lage am äußersten Stadtrand. Tatsache ist, dass es derzeit in den Gemeinschaftsunterkünften der Stadt Marl ein Überangebot an Plätzen für Flüchtlinge gibt. Aktuell ist noch die ehemalige Zeche Auguste Victoria 1/2 in Hüls belegt. Stillgelegt wird in den nächsten Tagen die Containerunterkunft am Hellweg in Polsum.

Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass die Zahl der Neuankömmlinge in Marl wieder steigt. Wie berichtet, zieht die Bezirksregierung Münster in Erwägung, das alte Gesundheitsamt am Lehmbecker Pfad wieder in Betrieb zu nehmen. In der Landesunterkunft bleiben Flüchtlinge so lange, bis sie einer Stadt zugewiesen werden.

Neuzuweisungen gibt es auch für die Stadt Marl seit Jahresbeginn. In den nächsten Tagen werden darum auch die Plätze an der Wiener Straße in der Stadtmitte wieder bezugsfertig gemacht. Laut Bezirksregierung Arnsberg muss die Stadt Marl in diesem Jahr 384 Personen aufnehmen, zum 31. März war die Quote zu knapp drei Vierteln erfüllt. Für die nur vorübergehend stillgelegte Landesunterkunft am Lehmbecker Pfad werden 25 Plätze angerechnet.

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