Justitia
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Die Gerichte hatten auch 2020 wieder viele Fälle mit Marler Beteiligten auf dem Tisch.

Rückblick

Das war das Gerichts-Jahr 2020 aus Marler Sicht

  • Jörn Hartwich
    vonJörn Hartwich
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Auch in den vergangenen zwölf Monaten haben sich an den für Marl zuständigen Gerichten wieder viele Dramen abgespielt. Was in Erinnerung bleibt.

Die Corona-Pandemie hat 2020 auch die Gerichte in Mitleidenschaft gezogen. Prozesse wurden verschoben, anfangs musste sich sogar jeder Besucher in Listen eintragen. Die Kriminalität hat das CoV-Sars2-Virus allerdings nicht stoppen können.

Auf der Flucht Unfall verursacht

Besonders gemein war der Überfall auf zwei Kassierer eines Sparclubs in Gevelsberg. Die Beute: 77.000 Euro. Die Spur führte die Ermittler damals zu einer Familie aus Marl. Auf der Flucht hatten die Täter damals sogar noch einen Unfall auf der A43 verursacht. Die Strafe: zwei Jahre und neun Monate Haft.

Illegal überholt, Fußgänger getötet

Durchgegriffen haben die Richter auch nach einem tödlichen Horror-Unfall in Alt-Marl. Ein 27-jähriger Autofahrer hatte bei einem illegalen Überholvorgang über die Linksabbiegerspur einen Fußgänger übersehen. Ein Notarzt hatte dazu im Prozess gesagt: „Selbst, wenn wir direkt danebengestanden hätten, hätten wir den Mann nicht mehr retten können.“ Die Strafe: zwei Jahre und drei Monate Gefängnis.

Flammen wie aus dem Schweißbrenner

Riesengroßes Glück hatten die Bewohner eines Hochhauses an der Pommernstraße. Ein Künstler, der dort wohnte, hatte im Wahn seine gesamte Wohnung in Brand gesetzt. Die Feuerwehr musste ein paar tausend Liter Wasser einsetzen. Ein Zeuge hatte im Prozess gesagt, dass die Flammen wie aus einem Schweißbrenner aus einem der Fenster geschossen seien. Verurteilt werden konnte der Mann nicht. Verfolgungswahn. Schuldunfähig. Zum Schutz der Allgemeinheit muss er allerdings in die geschlossene Psychiatrie.

Affäre mit der Schülerin

Nach einer Affäre mit einer 17-jährigen Schülerin hatte sich ein Musiklehrer aus Marl in Essen vor Gericht verantworten müssen. Als das Mädchen die Beziehung beendete, sackten ihre Noten ab. Der Angeklagte wurde trotzdem freigesprochen. Die Richter am Essener Landgericht konnten nicht feststellen, dass er seine Position als Lehrer ausgenutzt hat.

Erst mit dem Tode bedroht, dann zum Geldautomaten geschickt

Völlig unverständlich bleibt auch das Verhalten eines 24-jährigen Marlers, der einen Freund nach einer durchzechten Nacht erst mit dem Tode bedroht und ihn dann gezwungen hat, an einem nahen Geldautomaten 50 Euro abzuheben. Weil ihn das später selbst schwer mitgenommen hat, hatte er schon vor Prozessbeginn 600 Euro Schmerzensgeld gezahlt. Die Strafe: zweieinhalb Jahre Haft.

Weitere Gerichts-Fälle aus 2020 lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe der MZ und im E-Paper.

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