Ob sich die Geruchsprüfer auf der Halde die Nase zugehalten haben? Ein halbes Jahr waren sie dort unterwegs.
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Ob sich die Geruchsprüfer auf der Halde die Nase zugehalten haben? Ein halbes Jahr waren sie dort unterwegs.

Was haben Geruchsprüfer festgestellt?

Schnüffel-Ergebnisse bleiben unter Verschluss - wie es mit den Deponie-Plänen in Marl weitergeht

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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Damit Entsorger DAH¹ die in Marl unerwünschte Deponie betreiben kann, müssen Umweltdaten her. Geruchsprüfer waren ein halbes Jahr lang auf der Halde Brinkfortsheide Erweiterung. Doch ihre Schnüffel-Ergebnisse bleiben vorerst unter Verschluss.

Bevor die DAH¹ auf der Halde in Marl eine Deponie errichten kann, will die Bezirksregierung Münster zwölf Gutachten und Berichte über Umweltauswirkungen und die Belastung der Luft sehen. Zehn Geruchsprüfer des TÜV Nord hielten im vorigen Jahr auf der Halde ihre Nasen in den Wind. Sie sollten herausfinden, inwieweit Menschen mit durchschnittlichem Riechempfinden einer Belastung ausgesetzt sind. Die Geruchsprüfer fingen auch Gerüche ein: Sie fischten Luft in Beuteln, die aus demselben Material wie Bratschläuche bestehen.

Alle Ergebnisse sollen zugänglich sein, hieß es. Von unserer Redaktion darauf angesprochen, sagt Sprecher Dr. Jürgen Fröhlich, die DAH¹ werde die Daten erst mit dem Planfeststellungsantrag veröffentlichen.

Noch kein Antrag für Deponie in Marl gestellt

Das Deponie-Verfahren ist noch ganz am Anfang. Die DAH¹ hat bisher keinen Antrag gestellt, keine Gutachten eingereicht. In Duisburg und Dorsten, wo ebenfalls Deponien geplant sind, ist sie viel weiter. Nächster Schritt in Marl wäre ein Scoping-Termin, bei dem sich Vertreter von Behörden, Naturschutzverbänden und Experten treffen. Sie legen dann fest, welche Umweltauswirkungen geprüft werden müssen. Auch diesen Scoping-Termin hat die DAH¹ noch nicht beantragt.

Im Anschluss an das Scoping wird die Öffentlichkeit auf jeden Fall beteiligt, versichert Andreas Winnemöller vom Presseteam der Bezirksregierung: Die Antragsunterlagen werden einen Monat lang ausgelegt, sind dann für alle einsehbar. Bürger, die dazu Stellung nehmen und Einwände äußern, werden zum Erörterungstermin eingeladen.

Bagger fahren auf die Halde in Marl

Zurzeit rätseln Anwohner, weshalb auf dem Plateau der Halde Brinkfortsheide Erweiterung seit einigen Tagen Bagger und Lkw fahren. Haben bereits Vorarbeiten für die Deponie begonnen? Keinesfalls, erklärt Stephan Conrad, Sprecher der RAG Montan Immobilien. Vielmehr gestalten Arbeiter dort die Kontur der Halde mit Rinnen. Dadurch soll das Oberflächenwasser kontrolliert über den Haldengraben zum Silvertbach ablaufen. Weiter soll auf der Halde nichts geschehen – zumindest bis klar ist, ob die Deponie kommt.

Seit drei Jahren kämpft die Bürgerinitiative Marl-Hamm gegen eine Deponie auf der Halde – und hat alle Politiker auf ihrer Seite. Die Stadtverwaltung Marl hat vom Rat den Auftrag, die Deponie auch mit rechtlichen Mitteln zu verhindern. Sie hat ein Anwaltsbüro eingeschaltet.

Auf Deponie in Marl soll Rostasche oder Bauschutt kommen

Die DAH¹ ist ein Gemeinschaftsunternehmen der RAG Montan Immobilien und der Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet. Sie will 15 Jahre lang auf der Halde Schlacke oder Rostasche aus verbranntem Hausmüll sowie Bauschutt abladen. Den Müll sollen 67 Lkw täglich durch Hüls und Hamm transportieren.

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