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Die Tätowierer bei der Arbeit (v. li.): Tobi Priedigkeit und Jan Willems setzen Daniel Simon die Nadel an den Arm.

Tattoo-Messe in Marl

Traumberuf Tätowierer: Worauf es dabei ankommt - Und welche Motive die Marler am liebsten haben

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Zwei Marler Tattoo-Künstler verraten,  was man in ihrem Beruf beachten muss - und was Schalke mit Tatowierungen zu tun hat.

Drei Lehren schloss Tobi Priedigkeit bereits ab, den richtigen Beruf fand er aber erst später. „Meine Leidenschaft ist das Tätowieren.“ Der Wunsch dazu entstand nach dem zweiten Tattoo, das er sich stechen ließ. „Ich wusste immer, dass ich das machen wollte“, sagt er. Vor viereinhalb Jahren entschloss er sich dazu, selbst Tätowierer zu werden.

Tobi Priedigkeit (li.) und Jan Willems im Studio  "Tattoo Beach" an der Bergstraße.

Seit sieben Monaten gehört Tobi Priedigkeit zum Team des Marler Studios „Tattoo Beach“. Dort verziert er mit seinem Kollegen Jan Willems die Haut der Kundschaft. Willems ist schon seit sieben Jahren im Geschäft. Jan Willems hat sich sein Handwerk als Autodidakt selbst beigebracht. Dass er dafür viel Zeit investiert haben muss, merkt man ihm im Gespräch an. Jan Willems kann jeden Arbeitsschritt des Tätowierprozesses von der Planung über die Ausführung bis zum manchmal notwendigen Nachstechen ausführlich erklären.

Marler mögen regionalen Bezug und Schalke

Was sich Marler Kunden besonders wünschen, sind Motive mit regionalem Bezug. Jan Willems: „Schalke ist sehr gefragt. Aber auch Bergbaumotive wie Fördertürme und natürlich familienbezogene Tattoos werden gewünscht.“ Dazu ergänzt Tobi Priedigkeit: „Die Geburt eines Kindes ist für einige Kunden der Eisbrecher für eine Tätowierung.“ Das bedeutet, dass Ehefrauen, die zuvor strikt dagegen waren, dass sich ihr Mann tätowieren lässt, schlicht die Argumente ausgehen, wenn sich der zum Vater gewordene Gatte beispielsweise das Geburtsdatum und den Namen des Kindes auf der Haut verewigen lässt.

Die Comicfigur Gaston tätowierte sich Jan Willems selbst aufs Bein.

Tattoos sind in Marl weit verbreitet

Galten Tätowierungen einst als Merkmal für zwielichtige Gestalten, sind sie in der heutigen Gesellschaft längst akzeptiert – und besonders im Sommer sichtbar weit verbreitet. Jan Willems schätzt, dass mittlerweile jeder fünfte Marler tätowiert ist. Tattoos gehen dabei durch alle Schichten und Altersgruppen. Ihren Kunden erfüllen die Jungs vom Tattoo Beach nahezu jeden Wunsch. Eine Grenze gibt es aber doch. Jan Willems: „Rechtsradikale Motive verbieten sich von selbst.“

Tattoo-Messe in Marl

Wer Jan Willems und Tobi Priedigkeit vom „Tattoo Beach“ in Aktion sehen möchte oder sich für Tätowierungen interessiert, hat an diesem Wochenende Gelegenheit dazu. Unter dem Titel „Good Vibration Ink“ findet erstmals eine Tattoo-Messe in der La Victoria Eventhalle an der Straße Am Alten Pütt 30 statt. Das Programm startet am heutigen Samstag um 11 Uhr und endet um 22 Uhr. Am Sonntag ist die Messe von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Aussteller aus ganz Deutschland präsentieren dabei ihre verschiedenen Tätowierkünste.

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