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Damit in Hüls gebaut werden kann, muss das Gebiet „Gleisdreieck West“, das eigentlich Baugebiet ist, als Grünfläche ausgewiesen werden.

Grün in Drewer macht Bauen in Hüls möglich

Waldpark-Gegner kritisieren Flächentausch

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MARL - Damit die Stadt das umstrittene Wohnquartier auf dem Jahnstadion-Gelände entwickeln kann, muss sie ein anderes Wohngebiet als Grünfläche ausweisen. Im Auge haben Politik und Verwaltung das "Gleisdreieck" in Drewer-Nord. Dazu gab es hitzige Debatten im Planungsausschuss.

In Marl können nicht mehr Wohnbaugebiete entstehen als im Flächennutzungsplan ausgewiesen sind. Mit dem geplanten Wohngebiet Jahnstadion würde der Bedarf überschritten. Deshalb schlägt das Planungsamt vor, quasi im Tausch das „Gleisdreieck West“ als Grünfläche auszuweisen. Bisher war dieses Gebiet in Drewer-Nord als Wohnbaufläche vorgesehen. Es handelt sich um das Dreieck zwischen Zechenbahntrasse, Bahnlinie S 9 und Bebelstraße – ein Wäldchen mit jungen Bäumen und Büschen, das mit rund 3,3 Hektar eine ebenso große Fläche hat wie das umstrittene Baugebiet „Hülser Waldpark“.

So nennt die Immobiliengesellschaft Rudimo mit Investor Hubert Schulte-Kemper die 202 Wohneinheiten mit Tiefgaragen, die sie auf dem Gelände des Jahnstadions und an der alten Waldschule errichten will. Die Bürgerinitiative Hüls macht mobil gegen dieses Bauprojekt. Sie will das Wäldchen rund um das Jahnstadion mit seinen zum Teil 100 Jahre alten Buchen und Eichen als Naherholungsgebiet erhalten.

Nun stimmte der Planungsausschuss mit großer Mehrheit für die Änderung des Flächennutzungsplans. Er soll ergänzt werden um das „Gleisdreieck-West“, das wiederum als Grünfläche dargestellt werden soll. Endgültig entscheidet der Rat darüber am Donnerstag.

"Grüne Lunge für Hüls zerstört"

Siegfried Schönfeld (Bürgerliste WIR für Marl) stimmte gegen den Flächentausch: Er habe den Eindruck, dass eine „Gefälligkeitsplanung für den Investor“ beschlossen und eine grüne Lunge für Hüls zerstört werden soll. Auch Christian Thieme, Sprecher der Bürgerinitiative, warnte: „Unser Naherholungsgebiet ist in Hüls, nicht in einem Sumpfgebiet in Drewer-Nord, wo Bauschutt aufgeschüttet wurde."

Andreas Täuber (SPD) störte sich an der Wortwahl der „Waldpark“-Gegner: „Der Begriff Gefälligkeitsbeschluss ist eine Unterstellung, eigentlich auch beleidigend und absurd.“ Jeder könne zu anderen Schlüssen kommen, sollte aber demokratische Mehrheitsentscheidungen respektieren.

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