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2000 Häuser wie diese an der Kampstraße kaufte die LEG im April – und verkaufte sie weiter.

Jetzt gibt es Irritationen um Nebenkosten

Reparaturstau in Drewer löst sich langsam auf

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MARL - Nach unseren Berichten über Beschwerden vieler Mieter aus Drewer, deren Wohnungen als Immobilienpaket verkauft wurden, bewegt sich etwas. Hausverwalterin WVB Centuria hat die Probleme offenbar in den Griff bekommen. Der Reparaturstau scheint sich aufzulösen. Das ergab eine Nachfrage unserer Redaktion bei den Mietern.

Wie berichtet, waren die Mieter von fast 2 000 Wohnungen in Drewer im Stress: Im vorigen Jahr hatten sie drei Vermieter – erst die Vonovia, dann die LEG und zuletzt die Investorengruppe Proprium und Forte, die das Immobilienpaket von der LEG erwarb.

Die Investoren gründeten die Objektgesellschaft EBW Einfach Besser Wohnen GmbH in Frankfurt als Eigentümerin und bevollmächtigten die WVB Centuria, die 2000 Wohnungen zu verwalten. Probleme gab es zur Genüge: kaputte Fenster, verstopfte Wannen, Türen, die sich nicht schließen ließen. Weil sich immer wieder Mieter bei uns beschwerten, begleitete unsere Redaktion sie ins Servicebüro der WVB Centuria in der Heisterkampstraße. Dort trafen wir auf andere Mieter, die ebenfalls von Schäden erzählten.

Unsere Nachfrage ergab: Mittlerweile sind fast alle Probleme, über die wir berichtet haben, gelöst. „Alles gut, wir können uns nicht beklagen“, sagt ein Mieter, dessen Tochter zunächst keinen Schlüssel für ihre Wohnung hatte.

"Nach Aufbauzeit viel passiert"

Marion und Horst Scheper waren angenervt wegen nicht mehr reparabler Fenster. Sie wurden in Ordnung gebracht: „Alles bestens.“

Ute Engelmeier und ihre Tochter Elena Schöpke klagten über eine Haustür, die sich nicht schließen ließ. Jetzt klappt es: Das Schloss wurde aus-, ein neues eingebaut. Ute Engelmeier äußert Verständnis: „Bei der Masse an Wohnungen kann man nicht überall sofort da sein.“

„Wir haben einen Sanierungsstau von den Vor-Eigentümern geerbt“, sagte WVB-Centuria-Geschäftsführer David Althans unserer Redaktion. „Aber vor Ort ist nach einer Aufbauzeit sehr viel passiert. Ein externer Hausmeisterservice ist täglich in den Objekten unterwegs.“

"Keine Medienangelegenheit"

Seit Februar habe die WVB Centuria ein Call Center mit bis zu fünf Leitungen geschaltet. Es gibt Instandhaltungsaufträge an Mitarbeiter vor Ort weiter, die sie je nach Priorität abarbeiten.

Auf unsere wiederholten Nachfragen reagiert die Gesellschaft allerdings spröde: Aus ihrer Sicht, so Sprecherin Thordis Eckhardt, gehe es um „Mieter- und keine Medienangelegenheiten“. Solche Anfragen unserer Zeitung zu beantworten, sei eine aufwändige Arbeit, die sich die WVB Centuria auf Dauer nicht leisten könne und werde.

Strittige Rechnung

Neuerdings rätseln einige Mieter über ihre Nebenkostenabrechnung: Betriebskosten würden teils auf mehrere Straßenzüge aufgeteilt, kritisieren z. B. Dieter Herbst und Horst Mühlenbrock. Die WVB Centuria erklärt dazu, dass die Kosten grundsätzlich immer anteilig auf die Wohnfläche (in m²) umgelegt werden. Der Mieterschutzverein legte in mehreren Fällen Einspruch ein und bat um Erläuterung: „Hier werden Objekte zusammengefasst, die nicht vergleichbar sind“, sagt Anwalt Gunnar Steinbeißer. „Warum, ist nicht ersichtlich.“ Der Jurist rät Mietern, im Zweifel den Mieterschutzverein oder einen Anwalt aufzusuchen: „Wer nicht widerspricht, akzeptiert die Abrechnung und mögliche Nachzahlungen.“ Die Einsprüche würden geprüft, Reaktionen gebe es noch nicht.

Das sehen wir vom Medienhaus Bauer ganz anders. Viele Mieter sind unsere Leser. Wir nehmen ihre Probleme ernst und bleiben dran.

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