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Landesunterkunft fuer Fluechtlinge am Lehmbecker Pfad in Marl-Drewer. Foto: Torsten Janfeld 20170622

Am Lehmbecker Pfad

Landesunterkunft schließt am 30. Juni

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MARL - Die Landesnotunterkunft für Flüchtlinge im ehemaligen Gesundheitsamt am Lehmbecker Pfad in Marl wird zum 30. Juni geschlossen. Sie war vor 14 Monaten eröffnet worden, als die Flüchtlingswelle NRW erreichte und das Land dringend Erstaufnahmeplätze brauchte.

Die bereits für den Abriss bestimmten Gebäude wurden für eine Million Euro instand gesetzt. Das Haus bietet Platz für 250 Menschen. Die Einrichtung soll allerdings betriebsbereit bleiben, der Mietvertrag zwischen Kreis Recklinghausen und Bezirksregierung Münster besteht weiter. Der Betreiber- und Betreuungsgesellschaft European Home Care wurde zum 30. Juni gekündigt. Für die Stadt Marl ändern sich mit der Schließung der Landesunterkunft die Zuweisungszahlen für Flüchtlinge. Solange das Land NRW die Unterkunft am Lehmbecker Pfad geöffnet hält, muss Marl knapp 190 Menschen weniger aufnehmen, als nach dem sogenannten Königssteiner Schlüssel zugewiesen würden. Mit dem Standby-Betrieb wird die Zuweisung nur noch um 25 Plätze verringert. Mit den Plätzen der Notunterkunft hat Marl derzeit seine Aufgabe mehr als erfüllt, Flüchtlinge in der Stadt aufzunehmen. Nach Angaben von Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg, liegt die Stadt derzeit bei den Zuweisungen nach der seit dem Frühjahr geltenden Wohnsitzauflage bei 97 Prozent. Bei der Aufnahme nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz ist das Soll mit 114 Prozent sogar deutlich überschritten. Ab Anfang 2016 hatte die Bezirksregierung Münster das ehemalige Gesundheitsamt vom Kreis Recklinghausen gemietet und für Flüchtlinge bewohnbar gemacht. Seit April 2016 ist die Einrichtung am Lehmbecker Pfad geöffnet. Nachdem es zunächst großen Widerstand gegen Landesunterkunft gegeben hatte, engagierten sich in den vergangenen 14 Monaten viele Marler ehrenamtlich für die Bewohner. Es gab Deutschunterricht und Angebote für Kinder, viele Marler spendeten Fahrräder für die Flüchtlinge. Es gab aber auch Polizeieinsätze, weil es zu handfesten Streitereien unter Bewohnern kam.

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