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Gemütlich im Sommer draußen sitzen – das konnten Kai Prohl, Maik Langenberg, Rafael Banczyk und Thomas Benninghoff (v. l.) vergessen. Seit Monaten warten sie darauf, dass die Fakt Immobilien AG die versprochenen Gärten anlegt.

Mieter kritisieren die Fakt AG

Ein Sommer ohne Garten

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MARL - Auf eine Wohnung mit Garten freuten sich viele Mieter im Vorzeige-Neubaugebiet St. Heinrich. Einige warten schon seit fast einem Jahr darauf. Erst am Freitag will die Fakt Immobilien AG die Gärten anlegen lassen. Unserer Redaktion schilderten die Mieter ihren Ärger.

„Wir hatten uns auf einen schönen Sommer gefreut“, erzählt Mieter Thomas Benninghoff, „aber man konnte keine Terrassentür auflassen. Das ganze Haus war sonst voller Dreck und Erde.“ Nachbar Kai Prohl ergänzt: „Im Grünen Geburtstag feiern konnten wir nicht.“

Dort wo das Grün sprießen sollte, liegen Müllsäcke auf Erdhaufen und Reste mit Bauschutt. Im November 2017 waren die ersten jungen Familien in dem Baugebiet an der Hans-Josef-Overbeck-Straße eingezogen, jetzt füllt sich der letzte Häuserblock.

Bei einer Versammlung im Sommer hatten die Mieter den Hausverwalter auf die Gärten und einzelne Probleme in den Häusern angesprochen. Aber geschehen sei bisher nichts. In einem Block müsse die Terrasse barrierefrei heruntergesetzt werden, sie sei zu hoch angelegt. In einem anderen Block gab es einen Wasserschaden, hier laufen die Lüfter Tag und Nacht, erzählen die Mieter. Bei vielen dauere es lange, bis warmes Wasser kommt. Und die Garagen sind noch immer nicht beleuchtet.

Das Land zahlte Millionen

„Kinderkrankheiten sind in Neubaugebieten normal. Aber irgendwann sollten sie ausgemerzt sein“, sagt Mieter Maik Langenberg. Sein Nachbar Rafael Banczyk ergänzt: „Das ist ärgerlich für jeden von uns. Wir wollen unsere Ruhe haben und nicht ständig bei der Immobilienfirma anrufen.“ Gebaut wurden die Mehrfamilienhäuser im Quartier St. Heinrich von der Rudimo, jetzt Fakt Immobilien AG. Das Land förderte das Projekt mit 5,6 Millionen Euro.

Am Freitag werde ein Marler Gartenbauer die Gärten anlegen, kündigt Fakt-Vorstandschef Hubert Schulte-Kemper an. Weiter will er nicht mit unserer Redaktion sprechen. So bleiben für die Mieter wichtige Fragen unbeantwortet: Sie warten auf die Zusage, dass sie nicht noch selbst an den Kosten für das Anlegen der Gärten, das Bepflanzen der Böschung und das Setzen der Zäune beteiligt werden. Außerdem fragen sie, warum einige von ihnen fast ein Jahr auf die Gärten warten müssen.

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