Stadt renovierte Zimmer im Röttgershof

Piraten sagen "Schimmelpreis"-Vergabe ab

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MARL - Die Piraten wollen Bürgermeister Werner Arndt nun doch keinen "Schimmelpreis" verleihen, weil die Verwaltung die schlimmsten Zustände in der Flüchtlingsunterkunft Röttgershof beseitigt hat.

Mitte März hatten die Piraten bei einem Besuch in der Flüchtlingsunterkunft Röttgershof „menschenunwürdige Zustände“ in einem Video dokumentiert (wir berichteten): sieben Menschen in einem Zimmer, unisolierte Kabel und Schimmel. Beim Grimme-Preis demonstrierten die Piraten dagegen, forderten in einem Antrag die sofortige Schließung des Röttgershofs.

Doch nach einem Ortstermin des Sozialausschusses hat Pirat Michael Levedag den Eindruck, dass die Verwaltung reagiert und aufgeräumt hat. Das „gruseligste Zimmer mit Schimmel von oben bis unten“ sei jetzt renoviert. Der Bürgermeister habe eine weitere Sanierung zugesichert. Zudem stellte die Stadt zwei neue Hausmeister für die Sammelunterkünfte ein. Nun verzichten die Piraten auf ihre Schimmelpreis-Aktion, fordern keine Schließung des Röttgershofs mehr, aber Verbesserungen. Darüber diskutierte der Sozialausschuss gestern Abend lange und hitzig – obwohl alle Verbesserungen wollen.

"Schandfleck Marler Sozialpolitik"

Die Sozialausschuss-Vorsitzende Bettina Hartmann (SPD) warf den Piraten schlechten Stil vor. Sie hätten den engagierten Ausschuss vorführen wollen, in ihrem Antrag teils aus dem städtischen Betreuungskonzept abgeschrieben. Norbert Pfänder (Grüne Wählergemeinschaft) bemängelte, der Röttgershof sei seit Jahren „Schandfleck Marler Sozialpolitik“, für den sich keiner verantwortlich fühle. Fritz Dechert (WIR) stimmte ihm zu.

Mit fünf Stimmen von Linken, Grünen, Piraten und bum/FDP beschloss der Ausschuss folgenden Piraten-Antrag: Bis alle Gesundheitsgefahren beseitigt sind, sollen Familien mit Kleinkindern nicht im Röttgershof leben. (Im März hatte der Ausschuss bereits auf Antrag der SPD beschlossen, dass Familien mit Säuglingen und Kleinkindern in Wohnungen untergebracht werden sollen.) Die Stadt soll alle Mängel, die das Gesundheitsamt aufgelistet hat, beseitigen. Und die Bewohner der Unterkünfte sollen von geschulten ehrenamtlichen und professionellen Kräften betreut werden. Damit meinen die kleinen Fraktionen auch Sozialarbeiter, nicht nur Hausmeister.

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