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Fernsehausfall, Schnee auf dem Bildschirm.

Aufbruchgenehmigung liegt vor

Plötzlich doch Großstörung

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MARL. - Unitymedia-Kunden der Franken- und Bayernstraße in Drewer Süd fühlen sich von ihrem Netzbetreiber verschaukelt. Viele Anwohner berichteten darüber, dass weder ihre Telefone noch ihre Fernseher funktionieren. Hieß es Montag erst, dass keine große Störung vorliegt, revidierte ein Pressesprecher diese Aussage gestern.

Unitymedia-Pressesprecher Olaf Winter erklärt die Hintergründe: Am Montag sei tatsächlich keine große Störung erkennbar gewesen. Gestern hätten Techniker vor Ort festgestellt, dass und wo ein Kabel beschädigt wurde. Ein Aufbruchgenehmigung für die Straße läge vor. Und wie lange wird es dauern, bis alle Dienste wieder funktionieren? Dazu wollte sich die Unitymedia gestern nicht verbindlich äußern..

Die Anwohner finden das Vorgehen absurd. Das kann nicht wahr sein, schimpft Marian Paul Pox aus der Bayernstraße: „Die Störung ist Unitymedia seit dem 10. Juli bekannt. An diesem Tag waren Mitarbeiter hier, dafür gibt es Zeugen.“ Die Experten hätten gesagt, so Pox, dass sehr wohl eine Störung vorliege und dass auch der genaue Defekt bekannt sei. Am Montag war gemutmaßt worden, bei Kanalbauarbeiten sei ein Kabel beschädigt worden.

Der nächste Punkt, bei dem Pox den Kopf schüttelt: „Am Telefon wurde mir gesagt, die Firma müsse jetzt auf die Genehmigung der Stadt warten, die Straße wieder aufreißen zu dürfen.“ Tatsächlich sei die Straße längst aufgerissen. Selbst dann bräuchte das Unternehmen dafür eine Genehmigung – eine Genehmigung, die Unitymedia bislang noch nicht einmal beantragt hat. Das erfuhr unsere Redaktion gestern aus sicherer Quelle. Der Anwohner kann vorerst nur schimpfen und zahlen, weil er jetzt tagein, tagaus sein Mobiltelefon benutzen muss, für das er keine Flatrate (verbrauchsunabhängige Festgebühr) hat. Der Senior erledigt sämtliche Bankgeschäfte, oft auch Einkäufe per Internet.

Susanne Heuwer, Vater des Anwohners Egon Stein, über den wir gestern berichteten, wollte helfen und rief bei der Unitymedia-Hotline an: „Erst hängte man mich nach einer Wartezeit von einer Stunde ab. Dann musste ich noch einmal warten und kam durch. Ein Mitarbeiter sagte mir, er dürfe für das Konto meines Vaters keine Störung aufnehmen, weil für diesen Bereich eine Großstörung vorliege.“ Zur Erinnerung: Eben das hatte Unitymedia im Gespräch mit unserer Redaktion einen Tag vorher verneint.

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