Eingerüstetes Wohnhaus
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Der Bau an der Julie-Kolb-Straße ist noch nicht fertig.

Bauarbeiten nicht rechtzeitig fertig

Erstmal für drei Monate ins Hotel statt in die neue Wohnung

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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Eine 64-Jährige lebt mindestens drei Monate im Hotel - erzwungenermaßen. Ihr neues Heim wurde einfach nicht rechtzeitig fertig.

Elke Hintz hat ihre alte Wohnung gekündigt, wollte zum 1. Oktober in einen Neubau an der Julie-Kolb-Straße einziehen. Hier vermietet die Fakt AG 15 barrierefreie Sozialwohnungen an Alleinstehende oder Paare. Die Wohnungen sind 40 bis 70 m² groß, die Mietverträge längst abgeschlossen. Doch das Gebäude in Marl bleibt eine Baustelle.

Sechs Parteien mussten ausziehen

Einige Mieter hatten Glück, sie können in ihrer alten Wohnung bleiben. Andere – nach Angaben der Fakt AG sind es sechs Mietparteien – mussten ausziehen. Das Unternehmen bot ihnen an, sie übergangsweise in einem Hotel in Herten-Westerholt unterzubringen. Doch mehrere Mieter lehnten das ab.

Übergangs-Unterkunft für Kater gesucht

Die schwerbehinderte Carola Kestermann (53) und ihr langjähriger Lebensgefährte Ali Erdogmus (56) hatten sich unter Barrierefreiheit etwas anderes vorgestellt. Sie wichen deshalb auf eine Ferienwohnung in Essen aus, die sie aber Mitte Dezember wieder verlassen müssen. So geht die Hängepartie weiter. Auch für Kater Nero sucht das Paar eine Übergangs-Unterkunft. Zurzeit ist Nero in einer Tierpension untergebracht. „Er versteht die Welt nicht mehr, ich könnte weinen“, sagt Carola Kestermann.

Möbel bei Umzugsfirmen eingelagert

Bis Anfang Dezember wird das Mehrfamilienhaus im Neubaugebiet St. Heinrich nicht mehr fertig. Die Möbel der Mieter sind bei Umzugsfirmen eingelagert. Die Fakt AG habe mittlerweile die Kosten für die Unterkunft übernommen, so Carola Kestermann. Andere Mieter, die ebenfalls in Vorleistung gingen, würden vertröstet und warten auf ihr Geld, sagt Dieter Tomczyk. Er ist als Rechtsanwalt für den Mieterschutzverein tätig und vertritt mit seinem Kollegen Heinz Becker allein vier Mietparteien.

Fakt AG bedauert: Engpässe in den letzten Monaten

Die Fakt AG hingegen sagt, ihr liege noch keine Rechnung vor, die sie nicht erstattet habe. Weshalb schloss die Fakt AG aber überhaupt Mietverträge ab? „Zu dem Zeitpunkt sind wir fest davon ausgegangen, dass wir es hinkriegen“, bedauert Stephan Künzer, Geschäftsführer der Fakt Real Estate. Doch in den letzten drei Monaten gab es Engpässe: Handwerkerleistungen und Bauteile seien nicht verfügbar gewesen. Die Fakt AG suche nach einer Lösung, wolle die Kosten für die Unterbringung der Mieter und die Einlagerung des Haushalts tragen. Sie sei über den ganzen Zeitraum im Dialog mit den Mieterinnen und Mietern. Wann der Neubau fertiggestellt ist, bleibt offen. Vor Anfang Dezember wird es ganz sicher nichts.

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