Erstmals Freiwillige in der Hauptwache

Feuerwehr kämpft mit Personalnot

MARL - Krankmeldungen, Bewerbungen in andere Städte, Frust über unbezahlte Mehrarbeit – all dies sorgt für Personalprobleme bei der Feuerwehr. Am Samstagabend wurden nach MZ-Informationen Einsatzkräfte in der Nachbarstadt Oer-Erkenschwick in Bereitschaft versetzt, damit sie in Marl notfalls aushelfen können.

Droht der Personalnotstand? Stadtbrandmeister Peter Blomtrath betont, dass der Brandschutz in Marl auch am Samstag auf jeden Fall gewährleistet war: Die Hauptwache sei mit neun Kräften in Standardstärke besetzt gewesen. „Und die drei Rettungswagen sind grundsätzlich immer besetzt, auch der Notarztwagen.“ Nur bei einem Gefahrgutunfall oder einem ähnlichen Großeinsatz hätte die Marler Feuerwehr aus Hilfe auf den Nachbarstädten zurückgreifen müssen.

Soweit der Stadtbrandmeister. Trotzdem mehren sich die Signale, dass die Marler Feuerwehr unter Personalnot leidet. Nach Informationen, die uns vorliegen, hatten sich sechs Kräfte krank gemeldet, einige sind noch in Urlaub. Deshalb setzte die Marler Feuerwehr zum ersten Mal überhaupt freiwillige Kräfte in der Hauptwache ein.

Wie berichtet, hat der Lenkerbecker CDU-Politiker Uwe Göddenhenrich in einem Schreiben den Landrat gebeten, die Vorgänge bei der Feuerwehr zu prüfen. Göddenhenrich liegen „mehrfach Hinweise vor“, dass die Marler Wehr nicht mehr in der Lage sei, den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen.

Nach Informationen der Marler Zeitung ist zumindest der Krankenstand hoch. Und aus Frust über den Beförderungsstopp bewerben sich qualifizierte Feuerwehrbedienstete in anderen Städten: So hat Marls Feuerwehr in diesem Jahr vier Kräfte verloren. Nur durch Neueinstellungen wird sie dies ausgleichen können. „Bei uns hauen die Leute ab“, klagt ein langjähriger Mitarbeiter. „Manchmal sind wir nur wenige Leute. Früher habe ich so was nie erlebt.“

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