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Paracelsusklinik in Marl

Staatsanwaltschaft ermittelt

Ehemaliger Chef-Gynäkologe an der Marler Para-Klinik soll falsch abgerechnet haben

Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt wegen falscher Abrechnungen. Im Fokus soll der ehemalige Chefarzt der gynäkologischen Abteilung der Marler Paracelsus-Klinik stehen. Es geht um Brustoperationen.

Update 18.29 Uhr

Das Klinikum Vest hat nach eigenen Angaben zwei unabhängige Gutachten in Auftrag gegeben, nachdem der Verdacht gegen den leitenden Mediziner aufgekommen war. Sie hätten gezeigt, dass es bei Patientinnen keine rechtswidrigen operativen Eingriffe ohne medizinische Indikation gab. Die Bochumer Staatsanwaltschaft bestätigt, Fehlverhalten bei der Behandlung von Patienten sei nicht festgestellt worden.

Update: 14.54 Uhr

Die Paracelsus-Klinik bestätigt, dass es des Abrechnungsbetrugs im Klinikum Vest durch einen bereits in 2018 gekündigten Chefarzt gab. Das Klinikum hat nach eigenen Angaben selbst im Jahr 2018 die Staatsanwaltschaft über den Verdacht informiert. 

Die Staatsanwaltschaft ermittelt und wird dabei durch das Klinikum umfassend unterstützt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des "Verdachts des Betruges zum Nachteil von Krankenkassen und anderer Straftaten". Fehlverhalten bei der Behandlung von Patienten sei nicht festgestellt worden.

Nach 23 Monaten entlassen

Umfangreiche interne Untersuchungen und zwei unabhängige Gutachten haben nach Klinikangaben ereben, dass es keine rechtswidrigen operativen Eingriffe ohne medizinische Indikation gab. Der betroffene Chefarzt wurde nach nur 23 Monaten Tätigkeit für das Klinikum Vest aufgrund der Vorwürfe fristlos im Juli 2018 entlassen.

Bisherige Berichterstattung:

Die Staatsanwaltschaft in Bochum bestätigte am Freitag auf Nachfrage lediglich, dass es Ermittlungen gibt.  Auch eine Stellungnahme der Klinik steht noch aus. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Marl fordert in einem Schreiben an die Klinik-Leitung aber bereits eine Sondersitzung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung einzuberufen.

Offizielle Mitteilung der Staatsanwaltschaft

In der offiziellen Mitteilung heißt es: Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt gegen einen Beschuldigten wegen des Verdachts des Betruges zum Nachteil von Krankenkassen und anderer Straftaten. Gegen ihn besteht unter anderem der Verdacht im Zusammenhang mit einer früheren Tätigkeit als Arzt in leitender Stellung an einem Klinikum im Ruhrgebiet tatsächlich erbrachte Leistungen gegenüber den Krankenkassen unzutreffend abgerechnet zu haben.

Durchsuchungen im Frühsommer

 Im Frühsommer sind mehrere Privat- und Geschäftsräume im Ruhrgebiet und Rheinland durchsucht worden.

Namen von Beschuldigten und beteiligten Unternehmen wurden und werden von uns im Hinblick auf die Unschuldsvermutung bzw. allgemeine Persönlichkeitsrechte nicht genannt oder bestätigt. 

Nähere Einzelheiten werden aufgrund der laufenden Ermittlungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mitgeteilt.

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