Familie Bojic Achmed stammt aus Kroatien und ist über Baden-Württemberg nach Marl gekommen.
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Familie Bojic Achmed stammt aus Kroatien und ist über Baden-Württemberg nach Marl gekommen.

Familie hofft auf Bescheid vom Jobcenter

Hilfe für schwerstbehinderten Sohn

  • Robert Klose
    vonRobert Klose
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MARL - Mit ihrem schwerstbehinderten Sohn ist eine kroatische Familie vor zwei Wochen aus der Nähe von Heidenheim nach Marl gezogen. Der Vater sagt, dass die medizinische Versorgung hier besser sei. Aktuell steckt die Familie aber in finanziellen Schwierigkeiten. Denn sie leben nur vom Ersparten und den Einnahmen des Vater aus einem Minijob.

In Baden -Württemberg erhielt die Familie finanzielle Unterstützung durch das Jobcenter. Doch das Geld fehlt derzeit. Vater Median Bojic (37) berichtet, er habe in einem Marler Unternehmen einen Mini-Job gefunden, darf jetzt probeweise zwei bis drei Stunden pro Tag Pakete packen. Was er dafür bekommt, reicht nicht, um die Miete für eine der beiden jeweils 70 Quadratmeter großen Wohnungen zu bezahlen.

Zusammen mit Frau Semine Ahmed (38) ist er mit ihren Kindern Rayhan (4), Paris (6), Dobrila (10), dem schwerstbehinderten Ramis (17) und Sonita (19) vor vier Jahren aus Kroatien nach Deutschland kommen, lebten bisher in einem Dorf bei Heidenheim. Ramis muss permanent künstlich beatmet werden, kann sich aus eigener Kraft so gut wie gar nicht bewegen und braucht Dauerpflege.

Dass das hiesige Jobcenter erst einmal nicht einen Euro beisteuert – damit hatte die Familie nicht gerechnet. Median Bojic berichtet: Ihm sei gesagt worden, die Unterlagen bzw. Daten aus Baden-Württemberg lägen noch nicht vor. Deshalb seien keine Leistungen möglich. Wovon die Familie bis dahin leben soll, das hat ihm niemand gesagt.

Vorerst bleibt nur der Griff zum Ersparten. Einige Monate können die sechs Menschen sich nach eigenen Angaben damit durchschlagen, dann stehen sie völlig mittellos da. Die Leidtragenden sind vor allem die Kinder: An Spielzeug ist weiter nicht zu denken, zumal die Familie keine gebrauchten Sachen annehmen kann, so gut sie gemeint sein mögen: Für Ramis und sein schwaches Immunsystem bedeutet jede noch so kleine Infektion eine Gefahr. Nach dem Ferienende beginnt für Paris und Dobrila die Schule – auch das ist mit Kosten verbunden.

Ein wenig Hoffnung gibt es für die Familie aber noch: "Liegen dem Antrag der Familie alle Unterlagen bei, ist mit einer Entscheidung innerhalb von gut zehn Tagen zu rechnen", sagt Thomas König, Sprecher des Jobcenters Recklinghausen. Das Gleiche gilt laut König, wenn nur Kleinigkeiten fehlen, bei den Antragstellern aber besondere Dringlichkeit vorliegt, etwa wegen eines dauerhaft kranken Kindes – was bei dieser Familie der Fall ist. Bei einer Ablehnung bekommt eine Familie schnell Bescheid, was bisher nicht geschehen ist. Mit anderen Worten: Es gibt Hoffnung.

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