Friseure öffnen wieder

Freude und ein zusätzlicher Schneide-Platz im Keller

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
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Die Worte der Kanzlerin - sie hatten Folgen, auch in Polsum. Es geht um die Wiederöffnung der Friseursalons.

Kaum hatte Angela Merkel im Februar die magischen Worte gesprochen, dass die Friseure nach zehnwöchiger Pause ab 1. März wieder öffnen dürfen, erreichten erste Termin-Anfragen Sandra Schulz’ Salon „H-Ideen am Kopf“ auf der Kolpingstraße in Marl-Polsum.

Terminkalender ist randvoll

Und es hörte nicht mehr auf, wie Mitarbeiterin Anastasia Tripsi zu berichten weiß. „Die Chefin hat sich eine Rufumleitung nach Haus geschaltet, und ständig klingelte ihr Telefon.“ Das Ergebnis ist nun ein randvoller Terminkalender – in den nächsten drei, vier Wochen geht hier nichts mehr.

Auch in Polsum legten die Friseure wieder los.

Auch die Gespäche drehen sich um Corona

Dabei sind sie im Salon schon kreativ geworden, um die Nachfrage zu bewältigen: „Wir haben noch einen zusätzlichen Platz im Keller geschaffen“, erzählt Anastasia Tripsi. „Vor allem für Männer-Haarschnitte.“ Und für Damen, bei denen die Färbung einwirken muss. Und worüber redet man eigentlich, wenn kaum jemand von der Kundschaft im Urlaub war und auch sonst das gesellschaftliche Leben, das normalerweise immer berichtenswerte Neuigkeiten produziert, weitgehend ruhte? „Wir versuchen, das Gespräch auch mal auf etwas anderes zu lenken. Aber am Ende landet man doch meistens wieder bei Corona und den Impfungen“, sagt Anastasia Tripsi.

Flatterband vor den „Haarstübchen“

Ein paar Meter weiter, vor „Britta’s Haarstübchen“, hängt Flatterband an der Tür. Man soll bitte nicht einfach so hereinkommen, erst recht, wenn man keinen Termin hat, lautet die Botschaft. Das ist keineswegs unhöflich, sondern den Bedingungen geschuldet – dass man einen Termin machen soll, das sehen die Regeln jetzt so vor. Und zu viele Menschen im Geschäft sind auch nicht erlaubt. Pro Person im Raum sollen mindestens zehn Quadratmeter Platz sein.

Videocalls kennen jetzt auch die Älteren

Also schaut und hört man ein paar Minuten vom Eingang aus zu, wie es hier am ersten Tag nach der Zwangspause so zugeht. Die Friseurin erzählt gerade einer älteren Frau, dass man ja beim Telefonieren den Gesprächspartner auch auf dem Bildschirm sehen könne. „Jaja, ich weiß“, sagt die Dame, „Videocalls!“ Vor der Pandemie wäre das wohl noch kein generationenübergreifendes Thema beim Friseurbesuch gewesen.

Ganz kurzfristig gibt‘s keinen Termin

Andere Ecke von Marl, ähnliches Bild: Auch der Friseur-Salon Capris an der Bergstraße hat, wie nicht anders zu erwarten, reichlich zu tun an diesem ersten Tag nach der Pause. Man hat Termine auf digitalen Wegen angenommen, aber auch telefonisch, damit jene, die damit nicht so gut umgehen können, nicht im Nachteil sind. Ein Mann kommt herein, versucht spontan sein Glück, hofft auf einen ganz kurzfristigen Termin. Daraus wird nichts. Immerhin: Er darf tags drauf wiederkommen, 12.30 Uhr. Dann kommt die Corona-Mähne ab.

Sitzmöbel sind „abgeflattert“

Natürlich sieht man auch hier auf den ersten Blick, dass Corona-Zeit ist: An die Bilder von Sitzmöbeln, deren Nutzung mithilfe von Klebeband verhindert wird, damit die Abstände eingehalten werden – daran hat man sich schon im vergangenen Jahr gewöhnt. Das Ordnungsamt hat am Morgen vorbeigeschaut und sich sehr zufrieden mit der Umsetzung der Regeln gezeigt, wie Anna Kyewski aus dem Capris-Team erfreut berichtet. Und auch das Team selbst sei „sehr zufrieden“ mit dem ersten Tag, resümiert sie.

Rubriklistenbild: © Dziatzko

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