Franz Vortmann vom Restaurant "Zum Schwatten Jans" in Marl
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Franz Vortmann vom Restaurant "Zum Schwatten Jans" in Marl

Die Bilanz eine Woche nach der Wiedereröffnung

Gastronomen in Marl: Viel Aufwand, hohe Kosten, wenig Gäste

  • vonJulia Grunschel
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Marl: Seit einer Woche dürfen Restaurants und Kneipen wieder Gäste bewirten. Der Aufwand ist groß, die kosten hoch, die Gäste lassen auf sich warten.

  • Marls Restaurants, Biergärten  und Kneipen haben seit Mitte Mai wieder geöffnet
  • Wirte müssen strenge Corona-Auflagen erfüllen
  • Sie klagen über hohe Kosten und großen Aufwand 

Wir haben Marler Restaurantbesitzer nach ihren Erfahrungen gefragt: „Wir kommen im Restaurant auf höchstens 30 Prozent der Gäste, die wir vor der Schließung hatten.", so Kader Gül vom Hotel-Restaurant Loemühle. Weil er seine Zimmer während der Corona-Pause ab Anfang April an Arbeiter aus dem Chemiepark vermieten konnte, sei dieAuslastung im Hotel schon wieder bei 40 bis 50 Prozent.  „Die Hotelgäste kommen auch abends zum Essen ins Restaurant, aber sonst kommt kaum jemand. Und das ist ja auch nicht verwunderlich, wenn ein Großteil der Bevölkerung noch gegen die Lockerungen ist“, meint Kader Gül. Von seinen 26 Mitarbeitern ist der Großteil in Kurzarbeit. Zwei Frauen im Housekeeping, zwei Köche, ein Auszubildender, zwei Praktikanten und er selbst würden den Betrieb gerade stemmen.

Kader Gül, Inhaber des Hotel-Restaurants Loemühle in Marl mit seinem Azubi Nils Sinkovec

Marl: Trauungen ja, Feiern nein

Trauungen dürften in der Loemühle wieder mit unbegrenzt vielen Gästen stattfinden – solange jeder Gast im Trauzimmer anderthalb Meter Abstand halten könne. „Dann kommen für eine Trauung also 20 bis 30 Gäste, die im Anschluss aber hier bei uns nicht als Gesellschaft feiern dürfen. Die Gruppe fährt nach Hause und feiert da gemeinsam weiter. Wo ist da der Sinn?“, hinterfragt Kader Gül.

Bis zum Wochenende half das schöne Wetter

Martin Cziesla, Inhaber Restaurant-Bar Lenz in Marl-Polsum


Das gute Wetter der letzten Tage seit der Wiedereröffnung hat Martin Cieszla und seinem Team imLenz Bar-Restaurant in die Hände gespielt. „Ich möchte aber nicht wissen, wie es bei schlechtem Wetter läuft. Die Gäste kommen jetzt – und setzen sich nach draußen. So wie es die Regierung empfiehlt“, erzählt der Inhaber. Solange das Wetter gut sei, lohne sich die Öffnung selbst bei verkürzten Öffnungszeiten und gestiegenen Personal- und Betriebskosten. 

70 Prozent Einbußen im Restaurant

70 Prozent Umsatzeinbußen beklagt Franz Vortmann vom RestaurantZum Schwatten Jans aktuell. Besonders bitter ist für ihn, dass sämtliche Gesellschaften, die sonst die Hälfte des Umsatzes ausmachen, bis mindestens Ende August ersatzlos wegbrechen. „Und auch sonst kommt kaum jemand für das À-la-carte-Geschäft. Die Leute sind verunsichert oder ältere Gäste sogar auch verängstigt: Maskenpflicht und Hygieneregeln schrecken viele ab“, ist Franz Vortmann überzeugt. Sein Personal sei fast zu 100 Prozent in Kurzarbeit, berichtet Franz Vortmann. Küche und Service würden von je zwei Personen gestemmt, in der Küche ist er selbst einer der beiden. „Das Traurige ist, dass ich noch nicht sehen kann, dass es besser wird. Wir kommen nach Corona direkt ins Sommerloch“, sagt Franz Vortmann. "Tatsächlich wünsche ich mir Hilfe von Vater Staat“, sagt Franz Vortmann.

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