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So stellen sich die Projektplaner den fertigen Industriepark gate.ruhr vor – eine Animation aus der Dokumentation zur Machbarkeitsstudie.

Projektgesellschaft für gate.ruhr

2022 können die ersten Unternehmen kommen

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MARL - Am Bergwerk AV 3/7 soll die Erschließung für gate.ruhr in diesem Jahr beginnen. Der Rat muss nun über die Projektgesellschaft entscheiden.

Als Ende 2015 die letzte Kohlelore auf AV 3/7 zutage gefördert wurde, kündigte der städtische Wirtschaftsförderer Dr. Manfred Gehrke an: „Wir wollen 2020 damit beginnen, die Zechenbrache als Industriefläche zu vermarkten.“ So schnell hatte noch kein stillgelegtes Bergwerk im Steinkohlerevier den Strukturwandel geschafft. Auf dem rund 90 Hektar großen Gelände stehen rund 45 Hektar für Industrie und Gewerbe zur Verfügung. 1000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Das Projekt gate.ruhr ist in seiner Größenordnung einmalig. „Ein Tor zum Ruhrgebiet und zu den europäischen Märkten“, schwärmt Bürgermeister Werner Arndt.

Sondersitzung am Montag

Jetzt steht gate.ruhr tatsächlich in den Startlöchern. Wenn der Rat der Stadt am kommenden Montag, 25. März, in einer Sondersitzung die Gründung der Projektgesellschaft beschließt, werden bis Ende März Fördergeldanträge für die Erschließung gestellt. Es geht um das rund 14 Hektar große Teilstück auf beiden Seiten der Nordstraße (frühere Kraftswerksfläche) und den Umbau der Carl-Duisberg-Straße. Über diese Zufahrt fließt der Schwerlastverkehr – zunächst, um 300.000 Kubikmeter Boden für das Aufschütten der Fläche in das künftige Industriegebiet zu transportieren. Bis der geplante neue Autobahnanschluss fertig ist (nicht vor 2025), wird auch der Lieferverkehr der Unternehmen diese Strecke nutzen müssen. Die Bauarbeiten auf der Carl-Duisberg-Straße sollen Ende des Jahres beginnen. Seit mehr als drei Jahren befassen sich auch die Marler Ratspolitiker mit gate.ruhr. Am Montag müssen sie nun ihre Zustimmung zur Gründung der Projektgesellschaft geben, an der die Stadt Marl und die RAG Montan-Immobilien beteiligt sind.

30 Millionen Euro für den ersten Abschnitt

Sie ist Voraussetzung für die Bewilligung von Fördergeldern. Ihre Aufgabe wird die Entwicklung und Vermarktung der Flächen sein. Die Sondersitzung wurde einberufen, um noch Förderanträge für das laufende Jahr stellen zu können. 30 Millionen Euro soll es kosten, die ersten 14 Hektar gate.ruhr für ansiedlungswillige Firmen vorzubereiten. 8,9 Millionen Euro beträgt der Anteil der Stadt Marl. Die übrige Summe setzt sich aus erwarteten Fördergeldern und dem künftigen Erlös aus dem Verkauf der ansiedlungsreifen Industrieflächen zusammen, erläutert Kämmerer Michael Dinklage.

In den von der Bezirksregierung noch nicht genehmigten städtischen Haushalt für das laufende Jahr müssen zusätzlich rund 350.000 Euro eingestellt werden. Damit schmilzt der Überschuss auf auf rund 350.000 Euro zusammen. Weitere zwei Millionen Euro für Planungen werden als Investitionssumme über Kredite finanziert.

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