Blick auf die Müllsortieranlage der Firma Alba in Marl.
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Die Halle mit der Müllsortieranlage von Alba ist seit einem Jahr wieder in Betrieb.

Geruchsprobleme in Zollvereinsiedlung

Kohlefilter verhindern Mief – aber nur für einige Monate

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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Bekommt Entsorger Alba die Geruchsprobleme in den Griff? Lange stank es nicht mehr im Umfeld der Marler Müllsortieranlage. Doch kürzlich gab es Klagen.

  • Anwohner der Marler Zollvereinsiedlung beklagten im Sommer 2020 Geruchsbelästigungen
  • Müllsortieranlage Alba reagierte und installierte Kohlefilter
  • Zahl der Brände geht durch Wärmedetektoren zurück

Geruchsbelästigungen, eine Fliegenplage und Brände in der Müllsortieranlage von Alba sorgten im Sommer 2020 für jede Menge Schlagzeilen. Danach wurde es ruhig. Nach Angaben des Unternehmens sind die Kohlefilter, die Gestank verhindern sollen, „wirkungsvoll“. Auch Anwohner berichten, dass die Belästigungen zurückgegangen sind. Doch vor zwei Wochen musste das Unternehmen die Filter wechseln. „Mitte Januar waren wir extremen Gerüchen ausgesetzt“, sagt Tatjana Sczyrba aus der Zollvereinsiedlung. „Wenn wir uns nicht beschweren, lassen sie es laufen.“

Alba-Sprecher Henning Krumrey zufolge wurde sein Unternehmen selbst aktiv, nachdem Kontrolleure eine schwächere Leistung der Filter festgestellt hatten. Erst kurz danach habe sich eine Anwohnerin bei Alba und im Chemiepark beschwert. Je nach Beanspruchung müssten die 25 Tonnen schweren Kohlefilter nach drei bis vier Monaten ausgetauscht werden. Chemiepark-Sprecherin Alexandra Boy bestätigt auf Nachfrage: „Wenn die Filter funktionieren, dann stinkt es nicht.“

Fliegenplage ist aktuell kein Thema

Und wie beugt Alba einer erneuten Fliegenplage vor? Zollvereinsiedler wollen erfahren haben, dass der Entsorger einen Insektenfachmann hinzuziehen will. Aktuell ist aber nichts geplant, das wäre jetzt bei Schnee und Kälte sinnlos, sagt der Unternehmenssprecher.

In die Schlagzeilen war Alba außerdem wegen mehrerer Brände geraten. Auch nach dem Wiederaufbau der durch ein Großfeuer zerstörten Müllsortieranlage musste die Werksfeuerwehr des Chemieparks mehrmals ausrücken. In den letzten fünf Monaten habe es sechs Brände gegeben, allerdings keine dramatischen, sagt Chemiepark-Sprecherin Alexandra Boy auf Nachfrage. In zwei Fällen (30. Oktober und 23. Dezember 2020) gab es größere Feuerwehreinsätze, ergänzt Alba. Ursache waren jedes Mal fälschlich in die gelbe Tonne geworfene Akkus.

Wärmedetektoren reagieren in der Anlage, wenn Akkus sich aufgrund von Druck oder Stößen zu entzünden drohen. Dann fischen Alba-Mitarbeiter die Akkus vom Fließband. Gelingt das nicht mehr rechtzeitig, alarmieren sie die Werksfeuerwehr.

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