Geschichte aus PVC

Ein Männchen, ein Kultobjekt

MARL - Ein starkes Rückgrat hatte er nie, ist biegsam in alle Richtungen. Einen dicken Bauch trägt er vom ersten Tag an mit sich herum. Jahrzehnte musste er warten, bis er endlich eine Frau bekam. Und besonders alt geworden ist er auch nicht. Trotzdem lieben ihn bis heute Tausende. Er ist Kult.

Unmöglich, heute noch festzustellen, in wie vielen Wohnzimmern, Vitrinen oder Schubladen er noch seinen Stammplatz hat. Dabei gibt es den CHW-Mann – eigentlich ein Männchen – schon seit 16 Jahren nicht mehr. Besonders alt geworden ist er nicht: Gerade 44 Jahre nach seiner Einführung (1955) endete seine Produktion 1999, zusammen mit dem Namen „hüls AG“. Seine Frau traf es noch schlimmer: Sie war erst 1994 erstmals aus den Kunststoff-Pressen gerollt, quasi noch im Maskottchen-Babyalter. Trotzdem: Die beiden sind viel mehr als ein Objekt aus einem großen Unternehmen. Fast unbemerkt sind sie selbst zu einem Stück Stadtgeschichte geworden – und in den Köpfen vieler Marler auch nach ihrem offiziellen Ableben immer noch höchst lebendig, unvergessen. Die Plastik-Biegefigur taucht auch heute noch immer wieder mal auf, manchmal an den unmöglichsten Stellen. Zum Beispiel als Demonstrationsobjekt, wenn die Marler Zeitung ein Foto von einem Schlagloch macht. Unser Leser Lutz Henning, ein Neu-Marler, sah die Aufnahme, schmunzelte und hatte 1000 Fragen. Das Aha-Erlebnis in unserer Redaktion: Alle kannten die Figuren und wussten irgendetwas über sie, ihre ganze Geschichte kennt fast niemand. Jetzt hatten auch wir Fragen. Wir stellten sie einem, der es wissen muss: Dr. Ulrich Berendes, Leiter des Konzernarchivs im Chemiepark, warf einen tiefen Blick in seine Akten. Und wurde nach langer Suche auch fündig. Die meisten wissen: Der heutige Chemiepark, das waren früher die CWH (Chemische Werke Hüls). Und die brauchten schon in den Fünfziger-Jahren ein Symbol mit Wiedererkennungswert, einen Sympathie-Träger für ein Unternehmen, das hochkomplizierte Dinge tut, Verfahren einsetzt, die viele Nicht-Naturwissenschaftler auch beim zweiten Hinsehen nicht verstehen. Wie die Geschichte des Männchens - und später des Frauchens - weitergeht, lesen Sie in der Dienstagsausgabe der MARLER ZEITUNG.

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