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Was passiert am Standort von AV 3/7? Im Bild ist das Kohlelager.

Gespräch mit Werner Arndt

AV: Gebraucht werden neue Arbeitsplätze

Marl - Die Politik macht Pause. Doch es ist die Ruhe vor dem Sturm. In den kommenden Monaten stehen wichtige Entscheidungen an. Im Gespräch mit unserer Zeitung prophezeit Bürgermeister Werner Arndt einen „heißen Herbst“. Im dritten Teil unserer Vorschau auf die anstehenden Debatten geht es um die Nachnutzung der Bergbaufläche AV 3/7.

Wenn Auguste Victoria Ende des Jahres in Marl die letzte Tonne Kohle gefördert hat und der Bergbau Vergangenheit ist, ist die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen auf dem Gelände von AV 3/7 an der Carl-Duisberg-Straße das absolute Zukunftsthema für Marl, sagt Bürgermeister Werner Arndt im Gespräch mit unserer Zeitung.

Nachdem lange nicht klar war, ob die Grundstückseigentümer Evonik / RAG die Bergbauflächen überhaupt für eine städtische Entwicklung freigeben würden, wird derzeit unter Hochdruck an den ersten Gutachten gearbeitet. Sie sollen klären, was an dem Standort möglich ist. Die sogenannte Machbarkeitsstudie zur Nachfolgenutzung von AV 3/7 wird vom Land NRW mit 567 630 Euro gefördert. Mit im Boot bei der Planung ist die RAG mit ihren Tochtergesellschaften.

Im Herbst könnten die ersten Teilergebnisse vorliegen, sagt Werner Arndt. Die Einbindung des Marler Zechengeländes in den europäischen Architektenwettbewerb Europan, über die unsere Zeitung berichtete, trage zudem bereits erste Früchte, freut sich der Bürgermeister. „Der Standort AV 3/7 ist im Gespräch. Es haben sich bereits erste Interessenten bei uns gemeldet.“

Alle Überlegungen, auf der Bergbaufläche neue Industrie und Gewerbe anzusiedeln, haben allerdings enge Grenzen: In der Nähe sind Wohnbauten und der Chemiepark. Für einen Logistikstandort, wie er immer wieder ins Gespräch gebracht wird, ist das größte Problem jedoch die Verkehrsanbindung über die Straße. Arndt: „Aus Herne wissen wir, es hat zehn Jahre gedauert, bis ein neuer Autobahnanschluss gebaut werden konnte.“ Noch steht das Gelände von AV 3/7 unter Bergaufsicht. Bis der Standort abgeräumt, die letzten Gebäude frei sind, werden noch Jahre vergehen. Werner Arndt: „Vielleicht müssen wir die Fläche in Teilbereichen entwickeln.“ Den Anfang könne das frühere Kraftwerksgelände an der Nordstraße mit dem Zugang zum Kanal bilden.

Die Zukunft von AV 3/7 werde im Herbst die politische Diskussion mitbestimmen, prophezeit Bürgermeister Werner Arndt. Dafür brauche man auch dringend Personal in der Bauverwaltung.

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