Bibliotheksleiterin Marianne Brauckmann (r.) stellt die Bücherklappe vor. Michaela Pilkewicz wirft dort ein Buch ein.
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Bibliotheksleiterin Marianne Brauckmann (r.) stellt die Bücherklappe vor. Michaela Pilkewicz wirft dort ein Buch ein.

Glaskasten oder Kampstraße?

Streit um neuen Platz für die Bücherei

  • Robert Klose
    vonRobert Klose
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MARL - Wohin soll die Stadtbücherei nun umziehen? Zur Wahl stehen die alte Hauptschule an der Kampstraße - dort will die politische Mehrheit sie sehen. Oder ist der heutige Standort des Glaskastens am Creiler Platz besser? Dafür kämpfte eine politische Minderheit im Haupt- und Finanzausschuss.

Für eine Stadtbücherei auf dem Creiler Platz macht sich vor allem die CDU stark. Ihre Sprecherin Dietlind Gull erinnerte an die Kunstaktion „Marschall 66“ im alten Schulgebäude und fragte den Ausschuss: „Da war eine Ausstellung – und wer von uns ist hingegangen?“ Ihr Fazit: Kaum ein Bürger habe etwas davon bemerkt – das könne der Bücherei ähnlich ergehen.

Schon im Planungsausschuss hatte die CDU gewarnt: Die Bücherei sei am neuen Standort so wenig sichtbar wie am alten. Fraktionschef Karl-Heinz Dargel ergänzte nun: „Ein Standort am Creiler Platz ist l besser geeignet.“ Platz für die Bücherei könne auch im Sitzungstrakt des Rathauses (über dem Glaskasten) geschaffen werden: „Die Wände sind verschiebbar.“

Michael Sandkühler (Bündnisgrüne) hält den Umzug an die Kampstraße für nicht machbar: „Sie ist völlig mit Schimmel durchzogen.“ Durchsetzen konnten sich die Skeptiker nicht, was Dargel massiv verärgerte: „Es wird nicht einmal geprüft, welcher Standort der beste ist. Es muss noch vieles beredet und mit Fakten unterlegt werden.“

Die Kampstraßen-Befürworter halten Standort und Konzept für hervorragend. SPD-Sprecher Jens Vogel merkte an: „Hier beginnt das geplante urbane Band zur Adolf-Grimme-Straße. Ein Kulturzentrum an dieser Stelle bildet ein optimales Tor.“ Auch Bürgermeister Werner Arndt (SPD) und Johannes Westermann (Wählergemeinschaft Die Grünen) erwarten von Einrichtungen wie Bücherei, Skulpturenmuseum, Teilen der insel und mehr starke Synergie-Effekte (Effizienzgewinn durch Zusammenführung). Arndt erinnerte daran, dass der Zuschussgeber (die Bezirksregierung) vom Kampstraßen-Konzept begeistert sei.

Die Entscheidung trifft am Donnerstag der Rat (ab 16 Uhr, großer Rathaussaal).

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